Erdbebenschäden durch tiefe hydrothermale Geothermie in Landau i.d. Pfalz
Schäden durch hydrothermale Geothermie in Deutschland
Die Erdbeben von Landau i.d. Pfalz und die Schadensregulierung
Vorwort
Seit einigen Monaten war uns bekannt, dass das Landauer Geothermiekraftwerk, ein hydrothermales System vergleichbar mit der bei Bernried geplanten Anlage, mehrere Erdbeben ausgelöst hat. Dass bei diesen Erdbeben jedoch auch signifikante Schäden entstanden sind, war in der überregionalen Presse bisher nicht zu lesen. Wir wurden allerdings von Geschädigten der Landauer Erdbeben darauf hingewiesen, dass die Erdbeben Schäden verursacht haben, worüber auch in der Pfälzer Lokalpresse berichtet wurde.
Am 28. Januar 2010 besuchten Vertreter der Bürgerinitiative für umweltverträgliche und nachhaltige Nutzung alternativer Energiequellen (BIF UN2AE), Erbeben-Geschädigte in Landau i.d. Pfalz, zur Begutachtung der Schäden sowie zu einem Erfahrungsaustausch.
Erdbebenschäden durch tiefe hydrothermale Geothermie in Landau i.d. Pfalz
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Parallele Prozesse
Klimaerwärmung direkt
Auf Grund der niedrigen Thermalwassertemperaturen in Deutschland ist eine KWK bei der Geothermie nicht möglich. Die Abwärme aus der Stromerzeugung kann nicht genutzt werden. 90 % Abwärme heizen die Umwelt.
Geothermiekraftwerke
Bei der Kraft-Wärme Kopplung mit Geothermie im geologisch inaktiven Deutschland ist das Temperaturniveau deutlich niedriger als bei den meisten Verbrennungskraftwerken. Dadurch sinkt auch das Niveau der Abwärme aus dem Stromerzeugungskreislauf z.B. bei Pentan auf maximal 50°C.
Deshalb kann bei der geothermischen Stromerzeugung die Abwärme aus dem Stromerzeugungsprozess in der Regel nicht mehr für ein Fernwärmenetz genutzt werden.
Die Wärmeauskopplung bei der geothermischen Stromerzeugung geschieht unabhängig vom Stromerzeugungsprozess in einem parallelen Prozess (Abbildung). Dadurch dass die Abwärme aus dem Stromerzeugungsprozess nicht wie bei einem Verbrennungskraftwerk genutzt werden kann ergibt sich der Wirkungsgrad aus der verhältnismäßigen Aufteilung der Thermalwassermenge auf Stromerzeugung und Wärmenutzung. Kombinierte Gesamtwirkungsgrade bei KWK aus tiefer Geothermie erreichen bis ca. 25%.
Bei reiner Wärmenutzung, mit Verzicht auf Stromerzeugung, könnten deutlich höhere Wirkungsgrade erreicht werden.

Geothermiekraftwerk mit Kraft-Wärme-Kopplung
Siehe hierzu:
Grundlagen der Stromerzeugung aus hydrothermaler Geothermie
Kraftwerkstechnik und Effizienz
Kein ‘perpetuum mobile’
Meinung der Leser aus der Badischen / Zu: „Bedenken gegen Geothermie” vom 15. 1. Veröffentlichung mit freundlicher Erlaubnis von Herrn Kupfer
Die Bürgerbewegung in Schaidt bei Wörth kann ich nur unterstützen.
In der Folge möchte ich der Bürgerbewegung physikalische Gesetze, die bei jeder Geothermiebohrung auftreten, sobald sie genutzt wird, erläutern:
Die Ursachen für die Schäden in Staufen, Schorndorf, Landau sind meines Erachtens stets durch bewegtes Wasser entstanden.
Staufen: Hier ist gespanntes Wasser über die Bohrungen auf eine quellfähige Keuperschicht gelaufen und dringt seither der Schwerkraft folgend, in letztere ein. Der Boden quillt und es entstehen Kräfte, die ‐ wie sich zeigt ‐ in der Lage sind, in einem gewissen Bereich ganze Stadtteile anzuheben, was an Bauwerken zu Schäden führt.
Schorndorf: Hier tritt der umgekehrte Fall ein. Es entstand eine Setzungsmulde, die auch wieder zu Schäden an Bauwerken führte. Die Erklärung hierfür ist meines Erachtens in einer in Gang gesetzten Strömungsbewegung des Wassers zu suchen. Durch diese Wasserbewegung werden Feinteile im Boden ausgeschwemmt, es entstehen Hohlräume und damit Setzungen, die sich an der Erdoberfläche auswirken.
Landau: Erderschütterungen, die durch Geothermiebohrungen entstehen, lassen sich auch wieder durch Wasser‐ oder Wasserdampfbewegungen erklären. In den Förderbohrungen wird Wasser als solches oder in Dampfform gefördert. Hierdurch entsteht in der Tiefe ein Unterdruck. Druckunterschiede gleichen sich aus und es entstehen in den wasserführenden Schichten Strömungen, die eine Lösung des Klebemittels in geklüfteten Felsformationen zur Folge haben. Wird das abgekühlte Wasser nun mit hohem Druck in die Injektionsbohrung gedrückt, so können sich die einzelnen Schichtfolgen gegeneinander verschieben und es kommt zu erdbebenartigen Bewegungen an der Erdoberfläche. Risse in Bauwerken sind die Folge.
Hinweis: Nur in geklüfteten Gesteinsformationen gibt es wasserführende Schichten und diese sind nötig, um die Erde durch Geothermie ausbeuten zu können. Noch eine allgemeine Bemerkung zur Ausbeutung unseres blauen Planeten: In den Beschreibungen zur Geothermie findet man „Sie ist eine fast unerschöpfliche Energiequelle”. Trotzdem wird diese Energiequelle früher zu Ende, wenn man ihre Wärme im großen Stil nutzt, denn entnommene Wärme lässt sich nicht regenerieren und die Erdauskühlung wird beschleunigt. Die freigesetzte Wärme verschwindet in den Weiten des Weltalls.
Wenn es anders wäre, hätten wir endlich ein ‘perpetuum mobile’. Schön wär’s!
Hartwig Kupfer, Ettlingen
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Siehe auch:
“…selbst geringe Veränderungen des Drucks im Gestein genügen, um Erdbeben in mehreren Kilometern Tiefe auszulösen.”
Der Geophysiker Dr. Toni Kraft und seine Kollegen an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München konnten jetzt in Zusammenarbeit mit Dr. Sebastian Hainzl von der Universität Potsdam zeigen, dass dann selbst geringe Veränderungen des Drucks im Gestein genügen, um Erdbeben in mehreren Kilometern Tiefe auszulösen.
zum Artikel
Unterschleissheim- Geothermie mit hohem Verlust
Unterschleißheim – Jedes Jahr erstattet die Stadt Unterschleißheim dem Stadtrat Bericht über die städtischen Tochterfirmen. Darin hat sich aktuell gezeigt, dass vor allem die Geothermie Unterschleißheim AG (GTU) im Jahr 2008 ihre Ziele deutlich verfehlt hat.
Der Verlust 2008 belief sich auf 519 178,57 Euro und lag damit um mehr als das Doppelte über den ursprünglich prognostizierten 244 000 Euro.
Den Naturschutz überwinden?
“… Neben den genehmigungsrechtlichen Hürden ist weiterhin die oft vorhandene geringe Akzeptanz von Vorhaben der tiefen Geothermie in der Bevölkerung – vor allem im Spannungsfeld zwischen den Anforderungen für Siedlungsflächen und den Ansprüchen an Vorbehaltsflächen z.B. für Naturschutz – zu überwinden. …
Der Vortrag erläutert an Beispielen dieses Spannungsfeld und schlägt Lösungsansätze wie z.B. eine baurechtlliche Privilegierung von Geothermievorhaben oder die Schaffung einer einheitlichen verfahrensführenden Behörde vor, damit die tiefe Geothermie im Sinne des EEG in Deutschland künftig eine realistische Chance hat.
25.2.2010 · 16.30 – 17.00 · Kongress 1
Komplexe Rahmenbedingungen und Optimierungspotenziale für private Projekte der tiefen Geothermie / GEO-Kongress.pdf

BI … Starnberger See e.V.
Der Gänsefuß