Wo bitte ist das heiße Wasser?

14.06.10 -  Der Merkur schreibt:
Geothermie: Wo bitte ist das heiße Wasser?

“… Mehrere Partner haben sich die Gemeinden angesehen und sich am Ende für die BE Geothermal entschieden, die bereits das umstrittene Projekt in Bernried betreut – ein “kompetenter Partner”, finden die Bürgermeister. Das Feld erstreckt sich unter Pöckinger, Feldafinger und Tutzinger Gebiet. *In Tiefen von etwa 4000 Metern fließt dort bis zu 150 Grad heißes Wasser, das für die Wärme- oder Stromversorgung genutzt werden kann.

Die Gemeinden haben eine Genehmigung zur Suche beantragt, über die das Wirtschaftsministerium erst noch entscheiden muss. Die Stadtwerke München wollen den Claim allerdings auch haben. Falls die Kommunen den Zuschlag erhalten, sind umfangreiche Untersuchungen nötig – frühestens in drei Jahren wird entschieden, ob sie Geothermie nutzen können oder nicht.”

*Fliessendes Wasser?

Die südlichste und tiefste Bohrung nach heissem Wasser in Deutschland wurde in Mauerstetten durchgeführt. Dort wurden Temperaturen von ca. 125°C in 4.545 Metern Tiefe vorgefunden. Von “fliessendem Wasser” aber keine Spur.
Hauptaugenmerk in der Bayerischen Molasse ist das Kluft-Karst-Gestein des Malm. Dieses wird auf Illustrationen auch gerne blau dargestellt, als wäre dort ein fliessender Fluss vorhanden. Das ist natürlich Unsinn. Im porösen Gestein sammelt sich Wasser und je nach Druck und Dichte kann sich mehr oder weniger Wasser in den Poren sammeln. Das Wasser in den Karst-Kluftgesteinen “fliesst” nur wenige Meter im Jahr.

Auszug aus dem Bayerischen Geothermie-Atlas:

• Hydrothermale Grundwasserleiter in Bayern
Die Nettomächtigkeit des Malm-Grundwasserleiters hängt im Wesentlichen von der Verkarstungstiefe ab und ist somit in der Regel sehr viel kleiner als die Gesamtmächtigkeit. Angaben zu Nettomächtigkeiten bzw. zu Porositäten oder zum nutzbaren Hohlraumvolumen sind in einem Karstgrundwasserleiter nur sehr schwierig zu treffen und als statistische Werte zu interpretieren. …”

Mittlere (sekundäre) Porosität bzw. nutzbares Holraumvolumen ca. 1,0 – 2,5 %.

Tutzing im Boot?

Eine Abstimmung im Tutzinger Gemeinderat fand bis dato nicht statt.
Für die BE-Geothemal scheint das Ergebnis allerdings bereits festzustehen.
Auf ihrer website berichtet die BE-Geothermal bereits vor Abstimmung und Beschluss des Gemeinderats:

“Die drei Gemeinden Tutzing, Pöcking und Feldafing am Westufer des Starnberger Sees werden beim Wirtschaftsministerium beantragen, auf dem Claim „Starzenbach” die Möglichkeiten der Tiefen Geothermie zu untersuchen. Unterstützt werden sie vom Geothermie-Spezialisten BE Geothermal (BEG).”

R.F-J.

Im Boot mit Feldafing, Pöcking, Tutzing?

Westufer Starnberger See

Die Starnberger Süddeutsche Zeitung schreibt am 12.6.2010:

“… Feldafing, Pöcking und Tutzing holen die BE-Geothermal ins Boot, um doch noch die Linzenzen zum Bohren nach heissem Wasser in 4.000 Metern Tiefe zu bekommen. Diesen Beschluss trafen am Donnerstag die Gremien der Gemeinden Feldafing und Pöcking.
Tutzing will sich mit dem Thema am 22. Juni befassen.
Laut Feldafings Bürgermeister Bernhard Sontheim steigen damit die Chancen der drei Kommunen, den Zuschlag für den Claim Starzenbach auf eigenen Fluren zu bekommen.
Denn bei der BE-Geothermal handle es sich um einen “kompetenten und finanzkräftigen” Partner. Die GmbH plant – wie berichtet – ein Geothermiekraftwerk in Bernried; die Bohrungen sollen im Herbst 2010 beginnen, so Sontheim.
Für das Gebiet Starzenbach haben sich auch die Stadtwerke München beworben.”
sum

Auf allen Augen blind?

Der “kompetente und finanzkräftige” Partner, die BE-Geothermal ist – wie berichtet – eine Briefkastenfirma. Die GmbH hat bis dato nicht einmal einen Antrag auf Bohrerlaubnis für ein einziges Geothermiekraftwerk gestellt, geschweige denn jemals ein Kraftwerk realisiert.
R.F-J.

Steigenberger Blüten – kommentiert

“Anonymisierte Fragen und Antworten bezüglich des Geothermie Projektes in Bernried”:
Antwortschreiben von Herrn Bürgermeister Steigenberger
bernried.de/buerger/fragen-und-antworten

Antworten – EAPl025 Josef Steigenberger 08.10.2009

Steigenberger: “Ein Dozent an der Hamburger Universität hat sich mir gegenüber so geäußert: “… Mit einer Bohrung verursacht man in diesem Fall kein Erdbeben, sondern löst es nur aus.”

Na, dann ist ja alles gut.

Steigenberger: “Eine Erwärmung der Umgebungstemperatur durch die erforderliche Kühlung für das Kraftwerk ist nach meinem Kenntnisstand nicht zu erwarten.”

Fachleute erwarten dagegen, dass  90% der Abwärme aus der Stromerzeugung unsere Umwelt heizen.

Steigenberger: “Die BE Geothermal GmbH ist umfassend versichert. … Die Gemeinde Bernried a. S. legt äußerst großen Wert auf diese ausreichende Absicherung, da sie als Mitinhaber der Aufsuchungserlaubnis auch entsprechend haftet. Sie wird daher „Mitversicherter“ und im Falle einer Insolvenz der BE Geothermal GmbH auch Begünstigter aus den Versicherungen.”

?

Antworten – EAPl025 Josef Steigenberger 11.11.2009

Steigenberger: “Im Übrigen gibt es keinerlei Hinweise darauf, dass Erdbeben oberhalb der Stärke 4 zu erwarten sind. Dies wurde auch von Herrn Prof. Wassermann von der Erdbebenzentrale der LMU in Fürstenfeldbruck so bestätigt.”

Na dann ist ja wieder einmal alles gut.
Offiziell gelten Beben ab Magnitude 3 als Schadenbeben. Und Experten räumen ein, dass es bei oberflächennahen Beben bereits bei wesentlich geringeren Stärken zu Schäden kommen kann.

Steigenberger: “Emissionen in gasförmiger oder flüssiger Form entstehen hierbei nicht, da das Betriebsmedium Pentan, das für die Stromerzeugung benötigt wird, in einem geschlossenen Kreislauf geführt wird, der kontinuierlich auf Leckagen überwacht wird.”

Dann ist eine ständige Überwachung auch notwendig!
Denn neben dem für die Stromerzeugung benötigtem umweltgefährdenden Pentan, enthält auch das Tiefenwasser einige Bestandteile, die keinesfalls mit den Gewässerzuläufen zum Rötlbach und in den Starnberger See in Berührung kommen sollten.

Steigenberger: “Hinsichtlich des Risikopotenzials von Pentan ist zu sagen, dass es sich von anderen Flüssiggasen, die allenthalben verwendet werden, kaum unterscheidet und z. B. im Vergleich zu Heizöl im Wesentlichen nur eine höhere Entzündlichkeit aufweist. Von der Giftigkeit her liegt es unterhalb von Fahrzeugbenzin. “

Na, dann sind wir aber beruhigt, Herr Steigenberger! Gegen Heizöl im Starnberger See ist ja auch nichts einzuwenden, oder?

Steigenberger: “Trotz der teilweise unvermeidbaren Abwärmeverluste ist Geothermie mit Kraft- Wärme-Kopplung (also Stromerzeugung plus Wärmeauskopplung) hinsichtlich ihrer Ökobilanz zusammen mit der Wasserkraft der günstigste Energieträger.”

Ein Kessel Buntes also. Geothermie in Deutschland erreicht die Temperaturen für eine echte Kraft-Wärme-Kopplung nicht. Diese ist erst ab Temperaturen von 210°C möglich!

Zum Abschluss folgt dann noch ein Insider-Scherz:
Steigenberger: “Grundsätzlich ist es auch möglich, Kampberg an das entstehende Fernwärmenetz anzuschließen. Da dieses jedoch nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten gebaut werden muss, ist Voraussetzung hierfür, dass sich möglichst viele Abnehmer aus Kampberg anschließen werden.”

Antworten – Der Bürgermeister – 82347 Bernried, 17.03.2010

Steigenberger: “So ist bei uns eine Stromproduktion von 10 MWh geplant, während die Kraftwerke in Laderello/Toskana ca. 850 MWh Strom produzieren.”

Mal abgesehen davon, dass auch Lardarello nicht in Mitteleuropa liegt, es eine ganze Reihe von Kraftwerken besitzt, die zusammen 400 MW Strom produzieren, befindet sich die heisse Magma in Lardarello relativ dicht unter der Oberfläche.
Dieses heiße Magma erhöht hier die Temperatur des Erdreiches soweit, dass eine wirtschaftliche Nutzung der Erdwärme möglich ist.

Lardarello

Der Ort liegt im Zentrum des so genannten Tals des Teufels (ital. valle del diavolo). Dieses Gebiet auf einer Fläche von circa 200 Quadratkilometern im Tal des Cecina trägt seinen Namen von seinen borhaltigen Soffioni, das heißt herausschießenden, weißen Dampffontänen, sowie von heißen Quellen gebildeten Tümpeln und Teichen (lagoni = große Seen).

Also ganz ähnliche Verhältnisse, wie in Bernried, oder? Magmaflüsse und dicht unter der Oberfläche!
Wir sitzen hier sozusagen auf auf einem Propaganda- Vulkan!

Lardarello

Steigenberger: “Bei uns werden 150 Grad Celsius erwartet, Unterhaching hat beispielsweise nur 122 Grad Celsius, was deren Kraftwerk „kleiner“ macht, nicht jedoch auf die Gebäude bezogen.”

Aha!

Steigenberger: “Es ist jedoch nicht beabsichtigt ein Gewerbegebiet auszuweisen, denn die an der Abnahme der Wärme interessierten Unternehmen und Bewohner reichen bei weitem aus um eine ausreichende Auskopplung an Wärmeenergie sicherzustellen.”

Wer genau würde sich denn langfristig an so ein teures Fernwärmenetz binden?
Oder plant Bernried für seine 503 Wohngebäude (2.194 Einwohner) etwa einen Anschlusszwang?

Kommentare R.F-Jech

Peissenberg – Pech & Kohle

Erfahrungsaustausch mit „BE Geothermal“

Kreisbote WM-Mur vom 29. Mai 2010:

“Machbarkeit prüfen
Erfahrungsaustausch mit „BE Geothermal“

(wohlgemerkt, das ist die GmbH, die Erdbeben in unserer Region für völlig ausgeschlossen hält und den Erschliessungshorizont “Süsswassermolasse” als Trinkwasserbrunnen verkaufen will)

Peißenberg – Die anfängliche Euphorie um die geothermische Energiegewinnung ist in der Marktgemeinde längst verflogen. Die gemeinsam mit E.ON erworbenen Claimrechte sind im Oktober 2009 abgelaufen, ohne dass sich die Gemeinde oder der Energiekonzern um eine Verlängerung bemüht hatten. Das technische und finanzielle Risiko sei gegenwärtig zu hoch, hieß es als Begründung.

Trotz inzwischen eher geringer Erfolgsaussichten hat der Marktrat das Projekt noch nicht ganz ad acta gelegt. Derzeit steht man im Erfahrungsaustausch mit der Firma ,,BE Geothermal”, die neben den Planungen in Bernried weitere Bohrstandorte sucht. Wie es in der Marktratssitzung hieß, hat Geothermal-Geschäftsführer Lutz Karl Stahl der Gemeinde angeboten, die bis dato vorliegenden Gutachten einzusehen und auf deren Basis die Analogien mit Bernried und die Machbarkeit des Projekts zu prüfen. Erste Ergebnisse der kostenlosen Expertise sind laut Gemeindewerkleiter Uwe Horn in etwa acht Wochen zu erwarten. Voraussetzung sei, dass E.ON die Nutzung der gemeinsam erhobenen Daten genehmigt. jep”

Seismische Linien von ExxonMobil Production Deutschland GmbH

Peißenberg befindet sich am Übergang der Vorlandmolasse zur Faltenmolasse. Die sogenannte Peißenberger Schuppe (ehem. als Mulde bezeichnet) bildet von Norden her kommend den ersten geologisch markanten Bereich der Faltenmolasse im Raum Peißenberg. Weiter südlich folgt die Rottenbucher Mulde. In den steil einfallenden Mulden- bzw. Schuppenschenkeln kommen auch die ursprünglich tiefer gelegenen, kohleführenden Schichten recht nah bis an die Erdoberfläche heran, was den Abbau der Kohle dort ermöglicht hat. Der Hohe Peißenberg befindet sich am südlichsten Teil der Vorlandmolasse, deren Schichten dort steil nach oben aufgerichtet wurden (Aufgerichtete Molasse). Sowohl die Ablagerung der Schichten, als auch deren spätere Auffaltung fand im Zeitalter des Tertiärs statt. Des Weiteren werden diese tertiären Schichten von unterschiedlich mächtigen quartären Schichten (vor allem Schotter & Moräne) überlagert.

Im frühen 19. Jahrhundert mit wurde dem systematischen Abbau von Pechkohle am Hohen Peißenberg begonnen.
Es wird angenommen, dass durch den Bergbau die Kur-Quelle von Bad Sulz versiegte, das deswegen es den Kurortstatus verlor.
Der Bergbau wurde, obwohl seinerzeit auf dem modernsten Stand der Technik befindlich, zunächst 1966 an den Standorten Hausham und Penzberg eingestellt und schließlich 1971 auch in Peißenberg aufgegeben.
wiki/Peißenberg

Erdbeben

Peißenberg: Schwere Erdbeben am 16.09.1967, am 09.10.1967 und am 17.09.1969
Ursache: Einleitung von Wasser in das aufgelassene Bergwerk (Wasser sollte den Einsturz aufgegebener Stollen verhindern).

Aktivitäten Radionuklide

Auszüge aus:
Erfassung und radiologische Bewertung von Hinterlassenschaften mit NORM-Materialien aus früheren Tätigkeiten und Arbeiten einschliesslich der modellhaften Untersuchung branchentypischer Rückstände
(Teil 3a) BMU – 2007- 695

Aktivität entnommener Bodenproben einer Bergehalde des Pechkohlen-Bergbaus sowie des Haldenumfeldes, jeweils Mischproben von mehreren Probeentnahmestellen, Proben ungetrocknet; jeweils Mittelwert aus mehreren Radionukliden einer Zerfallsreihe

Bundesministerium für Umwelt

7.4.3 Bergehalden Pechkohle-Bergbau

Tabelle 24 zeigt gammaspektrometrische Messergebnisse von Proben, die der Oberfläche einer Bergehalde des Pechkohlenbergbaus in Südbayern entnommen wurden (Aufschüttzeitraum ca. 1900 – 1920). Auf der Halde wurden Freizeitanlagen errichtet. Bereits an Hand dieser wenigen Messpunkte ist die Inhomogenität des Aktivitätsinventars erkennbar (Süd-Nord-Gefälle, was sich auch durch Gamma-Dosisleistungs-Messungen verifizieren lässt – Tabelle 25).

Bundesministerium für Umwelt

Die niedrigeren Messwerte an der Oberfläche sind auf Humusbildung zurückzuführen.

Das durch Neubildungen unbeeinflusste Haldenmaterial zeigt Werte größer 200 Bq/kg für die mittlere Aktivität bzgl. der Radionuklide der Uran-Reihe. Bei Auswertung getrockneter Proben (Trockenmasse) würden höhere Aktivitätswerte resultieren.

In Tabelle 25 ist die nach Haldenregionen sortierte Dosisleistung von insgesamt 88 Messpunkten auf dieser Halde angegeben. Die Werte sind deutlich gegenüber dem natürlichen Untergrund (siehe Haldenumfeld) erhöht. Auch hier ist das Süd-Nord-Gefälle erkennbar. Die niedrigen Werte im Südteil der Halde resultieren mit hoher Wahrscheinlichkeit aus Abschirmwirkungen der dort befindlichen Gebäude.

Die Dosisleistung auf einer unmittelbar benachbarten Halde jüngeren Datums zeigt ähnliche Werte (Tabelle 26).

In Deutschland werden in Böden zwischen 11 und 330 Bq/kg Uran 238 und zwischen 5 und 200 Bq/kg Radium 226 gemessen.

7.4.4 Grubenwasser, Gewässer, Sedimente
Radium kann ausgewaschen werden, wenn das Grundwasser in direktem Kontakt zu radioaktiven Lagerstätten bzw. Uran- oder Thorium-haltigem Gestein steht. Radium-226 ist ein Alpha-Strahler und wird in die Knochensubstanz eingebaut. Die Konzentration von Radium-226 in Trinkwasser sollte deshalb 0,04 Bq/l nicht überschreiten.

Tabelle 28 enthält Aktivitätsangaben von Grubenwasser und den nachgeordneten Gewässern: dem Flusswasser, den Fluss-Sedimenten (nahe der Einleitungsstelle u. flussabwärts), Bodenablagerungen in der Nähe der Flussufer (infolge von Überschwemmungen) sowie Klärschlamm aus der Flusswasserklärung.

Die Sedimente zeigen an den Stellen, wo die Grubenwässer in die Vorflut eingeleitet werden, sehr hohe Aktivitätswerte.

Da die Aktivität flussabwärts sich immer mehr verringert, nimmt auch die Sedimentaktivität ab. Die Abnahme hängt sehr stark von der Radium-Konzentration des Grubenwassers und der Wassereinleitungsrate ab, die von Tag zu Tag differiert. Infolge von Überschwemmungen können die Radiumaktivitäten auch in Ablagerungen jenseits der Flussufer festgestellt werden. Wird das Flusswasser in Kläranlagen gereinigt, so lassen sich die Aktivitäten auch im Klärschlamm deutlich nachweisen.

7.4.7. Schlussfolgerung

Bergehalden mit einem Aktivitätsinventar > 200 Bq/kg pro Radionuklid wurden erwartungsgemäß im Freitaler Bergbaurevier identifiziert und darüber hinaus in Oberbayern bei der Pechkohlegewinnung sowie in Baden Württemberg.
…Im Zusammenhang mit der Einleitung und der Verwendung von Grubenwässern in der Aufbereitung können Vorfluter und nachrangige Gewässer, Sedimentablagerungen dieser Gewässer, Prozesswasser-Rückstände, Abwässer, Klärschlämme und Anlagenteile hohe Radiumaktivitätswerte besitzen.

Infolge der Bergbautätigkeiten, insbesondere der Errichtung der Grubenbaue, können sich Radonkonzentrationen in oberirdischen Gebäuden erhöhen.

10.3.4 Bayern

Die Zuständigkeit für die stillgelegten Bergbaubetriebe in Bayern liegt beim Referat Bergbau, Mineralische Rohstoffe, Bergaufsicht des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie. Das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie verfügt über ein umfangreiches Archiv, das ein sehr gutes Instrument für die Identifizierung von Hinterlassenschaften darstellt.

Im Rahmen des vorliegenden Forschungsvorhabens wurde uns der Zugang zu dem Archiv des Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie (Referat Bergbau, Mineralische Rohstoffe) nicht gewährt. Aus diesem Grund sind in der Datei „Steinkohle- und Pechkohle-Bergbau Haldenstandorte“ (…) nur sehr wenige Haldenstandorte aus dem ehemaligen Steinkohlebergbau aufgelistet. Die Daten stammen aus mündlichen Aussagen des bayerischen geologischen Landesamtes. Ein voraussichtlich zielführender Weg für die Identifizierung der Haldenstandorte in Bayern wäre die Nachfrage bei den Städten und Gemeinden, die in der Tabelle „Steinkohle- und Pechkohle-Bergbau Haldenstandorte“ der Anlage aufgelistet sind (Peißenberg, Hohenpeißenberg, Penzberg, Tölz, Marienstein, Hausham, Au, Stockheim und Miesbach).
Diese Recherche wurde im Rahmen des Vorhabens nicht durchgeführt.
Bundesumweltministerium

zusammengefasst R. F-Jech

Quellen:
wikipedia
Bundesministerium für Umwelt
www.umweltbundesamt.de/umid/archiv/umid0107.pdf
http://www.bmu.de/files/pdfs/allgemein/application/pdf/schriftenreihe_rs695_teil_3a.pdf

Siehe auch:
Fällungen von Radium bei Förderung von Tiefenwässern.
Vergleich Tiefe Geothermie, Kohle, Erdöl- und Erdgasförderung

Streng geheim!

Bernried

Anfang März 2010 bat uns der Geschäftsführer der BE Geothermal GmbH, um ein Treffen in einem Bernrieder Hotel und die Herausgabe und Übertragung der Domain begeothermal.de. In einem folgenden Schreiben verglich er die BE Geothermal GmbH mit Shell. Wohlgemerkt, im Domainrecht (bzw. hier Namensrecht) geht es um den Bekanntheitsgrad und selbst der Weltkonzern Shell konnte eine Übertragung der Domain shell.de nicht durchsetzen. Der Sitz der BE Geothermal GmbH in Bernried – und nach Auskunft des Geschäftsführers dort auch nur in einem Briefkasten “sitzend” – ist das Privathaus des amtierenden Bürgermeisters. Nur zehn Häuser entfernt befindet sich das “leicht” überdimensionierte Rathaus.

Aus der Erdwärme AG wurde die Erdwärme GmbH – alleiniger Gesellschafter ist L.K.Stahl. Auch die BE Geothermal GmbH, Geschäftsführer L.K. Stahl, hat Ihren Sitz in diesem Briefkasten. Investor ist aktuell: Macquarie Investments 1 Limited.

Hier entsteht das grösste Geothermie-Kraftwerk Mittel-Europas / Firmensitz

Aber zurück zur Domain. Diese fiel uns eher zufällig in die Hände, als wir der Aufforderung des Geschäftsführers auf der Tutzinger Gemeinderatssitzung Folge leisteten und auf ebendieser Domain nach Informationen suchten, die es nicht gab.
Also registrierten wir die Domain und verwendeten diese im internen Verkehr und als Umleitung auf unsere eigenen Seiten, auf denen Sie sich aktuell befinden.
Nun sind wir weder Domain-Grabber, noch an Streitereien interessiert. Ohne Anerkennung einer Rechtspflicht haben wir die Domain gekündigt und uns zum Treffen mit dem Geschäftsführer L.K. Stahl begeben.

Geheim

Die folgenden zwei Stunden verbrachten wir mit ihm gemeinsam in der Gaststube des Hotels. Leider waren alle Erkenntnisse, die uns vorgetragen wurden, geheim. So zum Beispiel sein Gegenmodell zum Wärmebergbaugutachten des Bayerischen Geologischen Landesamts. Auch der Störungsverlauf, in den gebohrt werden solle, wäre geheim. (selbstverständlich wurde er in Anwesenheit einiger unserer Mitglieder bereits auf Gemeindesitzung und Forum kurz präsentiert und von uns grob nachgezeichnet). Der einigermassen freundliche, aber teilnahmslose Herr leierte uns die ganze Propaganda der PR- und Marketingstrategen herunter, wohl wissend, dass wir mit den Fakten vertraut sind.
Eine einzige klare und nicht geheime Information haben wir aber doch erhalten:
Traurig teilte uns Herr Stahl mit, dass sie den angrenzenden Biotop-und Artenschutz wohl berücksichtigen müssen. Ein Landschaftsarchitekt aus Weilheim wäre mit der Umweltverträglichkeits-Sichtung beauftragt.
Gemeint war hier aber “nur” der angrenzende Röhricht. Er ist Lebensort vieler Vogelarten. So nisten darin zum Beispiel das Blässhuhn und die Teichralle. In den Halmen bauen verschiedene Rohrsänger-Arten und die Rohrammer ihre Nester. Laichplatz und Larvenhabitat verschiedener Amphibienarten und Lebensraum zahlreicher Wirbelloser. Ökologisch übernimmt Röhricht als natürliche „Kläranlage“ eine wesentliche Funktion in der Reinhaltung von Gewässern.
Der Bachzulauf in den Rötlbach, der die Wiese des GKW-Standortes quert, war ihm nicht bewusst. Dieser gilt wahrscheinlich als geheim.

Die ornithologische “Sichtung” sei, lt. Auskunft des beauftragten Landschaftsarchitekten Wurm auf dem Geothermie-Forum Bernried, bereits Anfang März erfolgt. Offensichtlich wollte man die Ankunft der Zugvögel nicht abwarten.

Der Starnberger See ist ein Feuchtgebiet internationaler Bedeutung für Wat- und Wasservögel.

Bernried – angespannte Finanzlage

Der Kassenkreditrahmen sei um mehr als 100% überzogen, berichtete die SZ am 30.März 2010
Weiterhin ist zu hören, dass die Gemeinde einen privaten Investor für die Fernwärme suche, die als paralleler Prozess aus dem – ebenfalls von einem Privatinvestor – geplanten Geothermal-Kraftwerk zur Stromerzeugung gewonnen werden soll.
Auf einer Gemeinderatssitzung in Bernried wurde zudem bereits der Kauf des regionalen Stromnetzes angeregt…

Wir warten gespannt auf die Nachricht: “Bernried ist auf der Suche nach einem Privatinvestor zum Erwerb des regionalen Stromnetzes.”
Wie es Herr Bürgermeister Steigenberger allerdings erreicht hat, seinen Bürgern vorzumachen, dass der Gemeinde die Besitztümer privater Investoren gehören werde, bleibt rätselhaft.

April2010/R.F-Jech

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