“Der schwarze Dienstag”
Protokoll zur Promotion-Veranstaltung der BE-Geothermal GmbH am 22.6.2010 in Bernried
“Ob wir mitmachen oder nicht, das Kraftwerk wird gebaut. Darauf hat Bernried keinen Einfluss.” war das Schlimmste, was der Bernrieder Bürgermeister auf der Veranstaltung der BE-Geothermal in Bernried seinen Bürgern sagen konnte.
Wozu sollte da noch der, erst kürzlich an fast alle Bernrieder, verteilte Fragebogen “Ihre Meinung ist uns wichtig” dienen?
Die Interessenvertreter:
Angereist aus Berlin war der Rechtsanwalt und Vorsitzender des Geothermieverbands Hartmut Gassner, Dr. Schubert von der ERDWERK GmbH, Herr Kötting, Geschäftsführer der IGEU GmbH, Herr Stahl von der BE-Geothermal GmbH, Sowie vom Zweckverband Geowärme Erding Herr Gabauer und Herr Dr. Wassermann, der sich sichtlich unwohl fühlte.
Ein Unterhachinger Bürger, der auch in Werbemitteln seine Zufriedenheit zur Schau stellt, rundete das Bild ab. (Zur Fernwärmekostenberechnung Unterhaching)
Als Moderatorin war Frau Heinzeller vom Bayerischen Fernsehen geladen.
Die BIF UNAE war nur gering vertreten. Zuviele dieser Propaganda-Vorführungen hatten wir schon gehört. So war es um so erfreulicher, wie informiert und aufmerksam sich das Bernrieder Publikum im vollen Saal des Hotel Seeblick präsentierte. Anscheinend ist man in Bernried nicht bereit, dem Bürgermeister und dem Gemeinderat in Lemmingsmanier zu folgen.
Die vorführende “Geothermiekompetenz” suchte mit einer Mischung aus Behauptungen und Wünschen das Publikum zu überzeugen. (Die Schlange Ka aus dem Junglebuch war überzeugender.) Die unübersehbare Arroganz des eigens angereisten Herrn Gassner trug nicht zur Glaubwürdigkeit der Veranstaltung bei. Die Überwindung, die es diesen kostete, einzuräumen, dass die Bohrungen nicht unter das Berggesetz fallen, wurden von der laustarken Aufforderung aus dem Publikum begleitet, doch endlich auf die Frage zu antworten. “Ja.” warf Herr Gassner endlich trotzig ins Mikrofon. “Ja, das ist so.” Schäden, die während der Bohrzeit (pro Bohrung etwa 1/2 Jahr) entstehen, unterliegen nicht der Beweislastumkehr.
Herr Schubert (der auch in Mauerstetten vollkommen trocken geplant hat) beantwortete klar heraus die Frage nach dem Stromverbrauch der Förderpumpe in Unterhaching.
1 MW Strom benötigt die Förder-Pumpe. Wohlgemerkt nur die Förderpumpe verbraucht also bereits 1/3 des erzeugten Stroms. Ansonsten erging er sich in schwammigen Erklärungen. Wie soll man auch etwas belegen, das man sich nur wünscht. Seine Aussage, dass es erst nach 200 Jahren Nutzungsdauer 1. Anzeichen für einen Temperaturrückgang geben werde, rief allgemeines Gelächter hervor.
Und wie und wohin er das reinjektierte Wasser wünschte, blieb völlig unklar.
Wie verteilen sich 22 Millionen Liter am Tag im Untergrund? Und wie ist das mit den Druckunterschieden?
Beben in Unterhaching wurden zugegeben. Weil die Pumpen plötzlich ausfielen, wäre es zu einem Druckunterschied gekommen. Da löst man eben Beben aus.
Für die Beben war Dr. Wassermann zuständig. Der Dr. Wassermann, der noch 2006 an einer Studie teilnahm mit dem Titel “Selbst geringste Veränderungen des Drucks im Gestein können Erdbeben auslösen.”
Beben um M 4 räumte Dr. Wassermann ein. Das wären keine Schadensbeben. Etwas verworren räumte Herr Dr. Wassermann auch ein, dass nicht die Magnitude, sondern die Intensität an der Oberfläche entscheidend wären. (Die Erklärung liefert die BIF UNAE hier)
Einige Windungen später kam eine umfassende Stellungnahme: ”Von Menschen ausgelöste Erdbeben sind auch nicht stärker, als natürliche Erdbeben.”
Dass es in Landau bei M 3 bereits zu Schäden gekommen ist räumte die “Geothermie-Kompetenz” allerdings ein. “Grosszügig” wären die Landauer entschädigt worden, erklärte Bürgermeister Steigenberger. Dass die Schuldfrage an den Beben bisher nicht geklärt sei, warf Herr Gassner vom Geothermieverband ein.
Wir grüssen unsere Landauer Freunde. Diese kämpfen bis heute verzweifelt um eine Schadensregulierung.
Und noch ein Sahnetupferl von Dr. Wassermann: Das Projekt in Basel wäre nur deshalb eingestellt worden, weil die Möglichkeit bestand, dass in 30 Jahren ein schweres Beben ausgelöst werden könne. (Auch Kalifornien fühlte sich wohl von der Baseler Gefahr bedroht). Die Schäden, die die durch die Geothermie ausgelösten Beben angerichtet hatten, waren also nicht der Anlass für die vollständige Einstellung des Projekts in Basel und darüber hinaus auch in Kalifornien?
Wir grüssen unsere Freunde von der IG-EEG Basel!
“…Doch es kommt anders. Am Nachmittag des Folgetages geht ein lauter Knall durch Basel, gefolgt von einem Erdstoß der Magnitude 3,4 (Menschengemachtes Erdbeben bei Basel). Gläser klirren in den Schränken. In etlichen Gebäuden entstehen Risse.”
“Zeit: Beben ist menschlich”
Der verzweifelte Schwur Herrn Schuberts von der Erdwerk GmbH, dass es bei der Bohrung nicht beben werde, wurde aus dem Bernrieder Publikum mit der Frage quittiert, ob denn der Schwur auch versichert sei.
Letzten Endes blieb Herrn Dr. Wassermann nichts anderes übrig, als zuzugeben, dass es wissenschaftlich eben nicht auszuschließen sei, dass es zu Erdbeben kommen kann. (währenddessen das Promotionblatt der BEGeothermal, das üppig ausgelegt worden war, weiterhin munter behauptet, „…dass hier in Südbayern keine Erdbebengefahr droht“).
Recht symphatisch wirkte Herr Gabauer aus Erding. Und auch seine Informationen waren durchaus interessant:
So hat Erding 35.000 Einwohner, 500 Haushalte sind an die Fernwärme angeschlossen.
Bernried hat 2.000 Einwohner, benötigt bei gleicher Auslastung also nur 28 Haushalte, die sich anschliessen ???
Allerdings räumte Herr Gabauer aus Erding ein, dass ihr Wasser mit Temperaturen zwischen 61° und 65° gefördert wird, das sie mit einem Verbrennungskraftwerk auf 90° hochheizen müssen, um ausreichende Temperaturen für die Fernwärme zu erzeugen. Im Geoheizwerk, werden knapp 50 Prozent der benötigten Wärmemenge mit Geowärme erzeugt. Der Rest des Wärmebedarfs wird durch die Wärmepumpe gedeckt, die mit Erdgas und leichtem Heizöl angetrieben wird.
Zur Wasserentnahme: Erding könnte 50 l/s fördern, darf aber aktuell nur 24 l/s fördern. In Bernried wird mehr als die 10-fache Fördermenge geplant.
Die sehr kleine Anlage in Erding produziert natürlich keinen Strom.
Auch Herr Stahl von der BE-Geothermal konnte mit wenig bis keiner neuen Information trumpfen. Die Reinjektionsstelle könne in Tutzing liegen (wir berichteten) und würde in 4-6 Wochen bekannt gegeben. Darüber gab Herr Schubert mit seinen Karten genauere Auskunft. Deutlich war zu erkennen, dass die Reinjektionsstellen zwischen Tutzing-Kampberg und Tutzing-Unterzeismering geplant sind. Des weiteren konnte man aber auch sehen, dass vom Förderbohrungspunkt 2-3 km in südwestliche Richtung gebohrt werden soll.
Die Anfahrt für den Schwerlastverkehr ist von Unterzeismering / Karpfenwinkel auf den Feld- und Waldwegen zum Auweiher geplant.
Herr Stahl behauptete, dass das Kraftwerk mit 66 Lüftern (Durchmesser je Lüfter ca. 3 Meter) schnurren würde wie ein Kätzchen, und zwar mit 40 dBa. Spezielle Schallschutzvorrichtungen wären geplant. Ein Gutachten darüber könne er aber nicht vorlegen, man möge ihm glauben. (zur Lärmmessung Landau mit 15 Lüftern)
Zur Gefahr der Gewässerverunreinigung durch Pentan oder salinares Tiefenwasser, beruhigte Herr Stahl mit dem Einwand, es gäbe schliesslich auch Tankstellen am Starnberger See. (Diese befinden sich allerdings auch bei uns nicht im unerschlossenen Landschaftsschutzgebiet oder am Rande der Wanderwege.)
Die Frage nach der Umweltverträglichkeitsprüfung wurde nicht zufriedenstellend beantwortet. Lt. Bürgermeister Steigenberger werden 2 Vegetiation- Zyklen benötigt. Wie auf dem Energieforum Bernried vor etwa 3 Monaten von Herrn Bürgermeister Steigenberger eingeräumt wurde, hatte man zu diesem Zeitpunkt damit noch nicht begonnen, aber jetzt sei die UVP fast fertig.
Auch auf die Fragen nach der Versicherung blieb Bürgermeister Steigenberger klärende Antworten schuldig. Erfahren haben wir nur, dass im Falle einer Insolvenz der BE-Geothermal GmbH die Gemeinde Bernried die volle Haftung für Schäden übernimmt. (Auskunft über eine Versicherung für Gemeinden für Schäden aus Geothermie hier)
Die Vorsitzende des BN Bernried fragte nach dem Wärmeabbau, den das Bayerische Landesamt für Umwelt im Mai 2010 so beschrieb: “Insbesondere bei der Nutzung der hydrothermalen Geothermie wird nicht der schwache, ständig aus dem Erdinneren nachfließende terrestrische Wärmestrom genutzt, sondern das sehr viel höhere, aber erschöpfbare Potenzial der gespeicherten Erdwärme. Damit wird strenggenommen eine Wärmelagerstätte abgebaut.” Hierzu erfuhr das interessierte Publikum von Herrn Gassner, dass die Arbeit des Landesamts nicht gut sei und dass man dieses instruieren werde.
Bürgermeister Steigenberger betonte mehrfach eine vermeintliche Privilegierung dieses grössten GKW Mitteleuropas im Schutzgebiet / Aussenbereich.
Auch hier irrt Herr Steigenberger: Tiefengeothermische Anlagen sind im Außenbereich wegen fehlender notwendiger Grundstücksbezogenheit nicht bauplanungsrechtlich privilegiert und damit nicht zulässig.
Viele Themen konnten nicht mehr besprochen werden, Vieles blieb offen oder unbelegt, man wurde mit Folgeveranstaltungen vertröstet. Festzuhalten bleibt, dass sich in Bernried der Unmut regt und diese Veranstaltung nicht dazu beitragen konnte, diesen zu besänftigen.
Ein schwarzer Tag für die Geothermie-Lobby, wenn man den Gemeinderatsbeschluss in Tutzing mit dazu nimmt sogar ein rabenschwarzer.
Der letzte Strohhalm
Hot-Dry-Rock in Mauerstetten
MAUERSTETTEN (AZ) | 04.06.2010 20:33 UHR
Geothermie: Bohrfeld soll weiter genutzt werden
Mit weiteren Schritten auf dem Geothermie-Bohrfeld zwischen Kaufbeuren und Mauerstetten (Ostallgäu) ist im Spätsommer zu rechnen. «Dass wir weitermachen, ist sicher. Noch sondieren wir die optimale Nutzungsart», so Curd Bems, Geschäftsführer der Betreiberfirma Exorka (München).
Damit werden auch künftig Chancen gesehen, an dieser Stelle Energie aus dem Erdinnern nutzbar zu machen. Die Anlage war vorerst still gelegt worden, nachdem sich die Schüttung des heißen Tiefenwassers als nicht ausreichend herausgestellt hatte. Das heißt, das Tiefenwasser hat zwar eine für die Stromerzeugung und Fernwärmenutzung ausreichende Temperatur, ist jedoch nicht in ausreichender Fließmenge vorhanden. Rund 20 Millionen Euro hat Exorka nach eigenen Angaben bisher in die Suche nach heißem Tiefenwasser an dieser Stelle gesteckt. (avu)
Allgäu-Rundschau
Bereits am 1. Dezember 2009 berichtete die Allgäuer-Rundschau:
Die Betreiberfirma Exorka prüft derzeit die Möglichkeiten für ein sogenanntes petrothermales System. Nachdem heißes Tiefenwasser aufgrund der zu geringen Schüttungsmengen nicht gefördert werden konnte (wir berichteten), plant das Unternehmen nun, mit dieser Methode die Energie des heißen, aber trockenen Gesteins zu nutzen.
Lesen
weltweit nicht ein funktionierendes Kraftwerk
Die Technik des petrothermalen Systems (Hot Dry Rock) steckt positiv ausgedrückt in den Kinderschuhen. Bislang gibt es weltweit nicht ein funktionierendes Kraftwerk, das nach dem Hot Dry Rock Verfahren arbeitet, wie Ingrid Stober vom Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau in Freiburg erläuterte.
Die Hot-Dry-Rock-Technologie: Man treibt Bohrungen in heisse Gesteinsschichten und pumpt mit so hohem Druck Wasser hinein, dass sich Risse im Gestein bilden. Dabei können Erdbeben ausgelöst werden.
Diese Technologie wurde in Basel und in Kalifornien in The Geysers verfolgt und nach den Erdbeben in Basel eingestellt. Auch in Australien – weitab von jeder Besiedlung – ist bisher kein HDR-Kraftwerk ans Netz gegangen. (info)
Der Übergang vom hydrothermalen System zum petrothermalen System ist allerdings fliessend. Die klassische Definition des HDR-verfahrens, die von einem heissen und (fast vollständig) trockenem Grundgebirge ausging, ist auf Grund der Erkenntnisse aus vielen Tiefbohrungen heute nicht mehr haltbar. Einvernehmen besteht aber darüber, dass man von “HDR”-Verfahren sprechen kann, wenn eine Bohrung keine wirtschaftlich relevante Schüttung liefern kann (wie in Mauerstetten), und Stimulationsmassnahmen notwendig sind, um Fliesswege zu schaffen.
Hot-Dry-Rock-Systeme (HDR), auch Deep Heat Mining (DHM), Hot Wet Rock (HWR), Hot Fractured Rock (HFR) oder Stimulated Geothermal Systems (SGS). Der umfassende Begriff ist Enhanced Geothermal Systems (EGS). Es handelt sich hierbei um eine Energiegewinnung aus dem Gestein selbst; sie ist also weitgehend unabhängig von wasserführenden Strukturen. Das heiße Gestein wird dabei als Wärmetauscher genutzt. (petrothermale Systeme)
Geographische Lage
| Mauerstetten | 47°52’59.42 N |
| Bernried | 47°52’24.46 N |
x
Mauerstetten liegt also geographisch ungefähr auf der gleichen Breite wie Bernried. Demzufolge liegt die nach Süden hin absinkende Malmschicht in ca. gleicher Tiefe.
„Irgendwo zwischen Unterhaching und Mauerstetten ist die Grenze, wo’s funktioniert und wo nicht“, meint Dipl. Ing. für Bauwesen und Geotechnik, Stephan Hild.
| Projekt | Fördertemperatur | Nutzung | Fündigkeit |
| Mauerstetten | 125°C in 4.545 m Tiefe |
Wärme/Strom | Nicht fündig Schüttung zu gering |
R.F-J.
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zum Projekt Mauerstetten aus Geothermiekompetenz.de (GGSC Augsburg)
Auftraggeber: Exorka GmbH (Geothermie Allgäu)
Auftragnehmer: Erdwerk GmbH (Achim Schubert)
Tätigkeiten: geologische Vorstudie, geologisch-technische Detailbewertung
Auftragnehmer: [GGSC] (Gassner)
Tätigkeiten: Wirtschaftlichkeitssimulationen, Finanzierungskonzepte, Beteiligungsverhandlungen, Vertragsprüfungen, Versicherungskonzepte
Auftragnehmer: gec-co Global Engineering & Consulting-Company GmbH
Tätigkeiten: technisches Projektmanagement
Steigenberger Blüten – kommentiert
“Anonymisierte Fragen und Antworten bezüglich des Geothermie Projektes in Bernried”:
Antwortschreiben von Herrn Bürgermeister Steigenberger
bernried.de/buerger/fragen-und-antworten
Antworten – EAPl025 Josef Steigenberger 08.10.2009
Steigenberger: “Ein Dozent an der Hamburger Universität hat sich mir gegenüber so geäußert: “… Mit einer Bohrung verursacht man in diesem Fall kein Erdbeben, sondern löst es nur aus.”
Na, dann ist ja alles gut.
Steigenberger: “Eine Erwärmung der Umgebungstemperatur durch die erforderliche Kühlung für das Kraftwerk ist nach meinem Kenntnisstand nicht zu erwarten.”
Fachleute erwarten dagegen, dass 90% der Abwärme aus der Stromerzeugung unsere Umwelt heizen.
Steigenberger: “Die BE Geothermal GmbH ist umfassend versichert. … Die Gemeinde Bernried a. S. legt äußerst großen Wert auf diese ausreichende Absicherung, da sie als Mitinhaber der Aufsuchungserlaubnis auch entsprechend haftet. Sie wird daher „Mitversicherter“ und im Falle einer Insolvenz der BE Geothermal GmbH auch Begünstigter aus den Versicherungen.”
?
Antworten – EAPl025 Josef Steigenberger 11.11.2009
Steigenberger: “Im Übrigen gibt es keinerlei Hinweise darauf, dass Erdbeben oberhalb der Stärke 4 zu erwarten sind. Dies wurde auch von Herrn Prof. Wassermann von der Erdbebenzentrale der LMU in Fürstenfeldbruck so bestätigt.”
Na dann ist ja wieder einmal alles gut.
Offiziell gelten Beben ab Magnitude 3 als Schadenbeben. Und Experten räumen ein, dass es bei oberflächennahen Beben bereits bei wesentlich geringeren Stärken zu Schäden kommen kann.
Steigenberger: “Emissionen in gasförmiger oder flüssiger Form entstehen hierbei nicht, da das Betriebsmedium Pentan, das für die Stromerzeugung benötigt wird, in einem geschlossenen Kreislauf geführt wird, der kontinuierlich auf Leckagen überwacht wird.”
Dann ist eine ständige Überwachung auch notwendig!
Denn neben dem für die Stromerzeugung benötigtem umweltgefährdenden Pentan, enthält auch das Tiefenwasser einige Bestandteile, die keinesfalls mit den Gewässerzuläufen zum Rötlbach und in den Starnberger See in Berührung kommen sollten.
Steigenberger: “Hinsichtlich des Risikopotenzials von Pentan ist zu sagen, dass es sich von anderen Flüssiggasen, die allenthalben verwendet werden, kaum unterscheidet und z. B. im Vergleich zu Heizöl im Wesentlichen nur eine höhere Entzündlichkeit aufweist. Von der Giftigkeit her liegt es unterhalb von Fahrzeugbenzin. “
Na, dann sind wir aber beruhigt, Herr Steigenberger! Gegen Heizöl im Starnberger See ist ja auch nichts einzuwenden, oder?
Steigenberger: “Trotz der teilweise unvermeidbaren Abwärmeverluste ist Geothermie mit Kraft- Wärme-Kopplung (also Stromerzeugung plus Wärmeauskopplung) hinsichtlich ihrer Ökobilanz zusammen mit der Wasserkraft der günstigste Energieträger.”
Ein Kessel Buntes also. Geothermie in Deutschland erreicht die Temperaturen für eine echte Kraft-Wärme-Kopplung nicht. Diese ist erst ab Temperaturen von 210°C möglich!
Zum Abschluss folgt dann noch ein Insider-Scherz:
Steigenberger: “Grundsätzlich ist es auch möglich, Kampberg an das entstehende Fernwärmenetz anzuschließen. Da dieses jedoch nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten gebaut werden muss, ist Voraussetzung hierfür, dass sich möglichst viele Abnehmer aus Kampberg anschließen werden.”
Antworten – Der Bürgermeister – 82347 Bernried, 17.03.2010
Steigenberger: “So ist bei uns eine Stromproduktion von 10 MWh geplant, während die Kraftwerke in Laderello/Toskana ca. 850 MWh Strom produzieren.”
Mal abgesehen davon, dass auch Lardarello nicht in Mitteleuropa liegt, es eine ganze Reihe von Kraftwerken besitzt, die zusammen 400 MW Strom produzieren, befindet sich die heisse Magma in Lardarello relativ dicht unter der Oberfläche.
Dieses heiße Magma erhöht hier die Temperatur des Erdreiches soweit, dass eine wirtschaftliche Nutzung der Erdwärme möglich ist.
Lardarello
Der Ort liegt im Zentrum des so genannten Tals des Teufels (ital. valle del diavolo). Dieses Gebiet auf einer Fläche von circa 200 Quadratkilometern im Tal des Cecina trägt seinen Namen von seinen borhaltigen Soffioni, das heißt herausschießenden, weißen Dampffontänen, sowie von heißen Quellen gebildeten Tümpeln und Teichen (lagoni = große Seen).
Also ganz ähnliche Verhältnisse, wie in Bernried, oder? Magmaflüsse und dicht unter der Oberfläche!
Wir sitzen hier sozusagen auf auf einem Propaganda- Vulkan!
Lardarello
Steigenberger: “Bei uns werden 150 Grad Celsius erwartet, Unterhaching hat beispielsweise nur 122 Grad Celsius, was deren Kraftwerk „kleiner“ macht, nicht jedoch auf die Gebäude bezogen.”
Aha!
Steigenberger: “Es ist jedoch nicht beabsichtigt ein Gewerbegebiet auszuweisen, denn die an der Abnahme der Wärme interessierten Unternehmen und Bewohner reichen bei weitem aus um eine ausreichende Auskopplung an Wärmeenergie sicherzustellen.”
Wer genau würde sich denn langfristig an so ein teures Fernwärmenetz binden?
Oder plant Bernried für seine 503 Wohngebäude (2.194 Einwohner) etwa einen Anschlusszwang?
Kommentare R.F-Jech
Tutzing und die Geothermie
Gemäß Starnberger SZ vom 19.05.2010
sollen bereits im Juni 2010 die Gemeinderäte der chronisch klammen Gemeinde Tutzing, der nicht viel besser gestellten Gemeinde Feldafing und der als reich geltenden Gemeinde Pöcking die Planung eines eigenen Geothermie-Kraftwerks zwischen Feldafing und Tutzing beschließen, Neben der Stromerzeugung ist ein eigenes Fernwärmenetz von Tutzing über Feldafing bis Pöcking geplant.
Das Ganze (warum?) in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Bernried, die nach Aussage von Bürgermeister Steigenberger die Fernwärmeversorgung als (freiwillige!) kommunale Aufgabe ansieht.
Er begeistert sich für eine angeblich regenerative Energiequelle, die vermutlich nach 20 bis 30 Jahren wieder erschöpft ist.
Ausgehend von der Gemeinde Tutzing, die nach einschlägigen Presseberichten nicht einmal mehr in der Lage ist, ihre kommunalen Pflichtaufgaben wie Schul- und Kindergartenbau, Straßen- und Gehsteigbau usw. nachzukommen, stellt sich die Frage, warum sich hier die finanziell äußerst schwache Gemeinde Tutzing für ein solches Vorhaben mit unabsehbaren finanziellen Risiken begeistern lässt.
Den Gemeinderäten sei empfohlen, sich über die finanzielle Situation der Gemeinde Unterhaching mit ihrem Geothermie-Kraftwerk kundig zu machen, bevor sie solche Aufgaben freiwillig übernehmen. Auch sollten die Gemeinderäte sämtliche ihnen zur Verfügung stehenden Informationen der Bürgerinitiative zum Schutz des Westufers des Starnberger Sees nutzen und keinen Cent in solche Planungen investieren.
Auch ein zwischen Tutzing und Feldafing geplantes Geothermie-Kraftwerk müsste – um überhaupt gebaut werden zu können – den hochsubventionierten Geothermiestrom erzeugen.
Ein solches Geothermie-Kraftwerk würde grundsätzlich die gleichen Risiken wie das geplante Geothermie-Kraftwerk Bernried für die betroffenen Gemeinden mit sich bringen. Ein Geothermie-Kraftwerk in der wertvollen Landschaft zwischen Tutzing und Feldafing wäre ebenso fehl am Platz wie zwischen Bernried, Kampberg und Unterzeismering.
Die Erdbebengefahr kann zunächst nicht geringer eingestuft werden als beim Kraftwerk Bernried.
Anders als im Fall Bernried kann aber hier von den Gemeindebürgern der betroffenen Gemeinden politisch noch Einfluss auf die Gemeinderäte genommen werden, sich frühzeitig von solchen unrealistischen Planungen zu verabschieden.
Der Aufbau einer wirtschaftlichen Fernwärmeversorgung für die betroffenen drei Gemeinden ohne die Möglichkeit des Anschlusszwanges ist von vorne herein zum Scheitern verurteilt.
Die Erzeugung von Fernwärme erscheint hier, wie auch in Bernried, nur vorgeschoben, um Akzeptanz in der Bevölkerung für die für den Betreiber ausschließlich interessante hochsubventionierte Stromerzeugung zu erreichen. Der Nutzen einer Stromerzeugung aus Geothermie steht in keinem Verhältnis zu den damit verbundenen Risiken für die betroffenen Gemeinden.
Wie auch in Bernried ist zu befürchten, dass die Gemeinderäte völlig unzureichend über Chancen und Risiken von Geothermie-Kraftwerken in dieser Größenordnung informiert sind und sich von potentiellen lnvestoren begeistern lassen, die ausschließlich ihren Gewinn im Auge haben.
Bürgermeister und Gemeinderäte sollten sich aber ausschließlich um das Wohl ihrer Bürger kümmern, deren offensichtliche Desinteresse an der Informationsveranstaltung in Tutzing am 06.05.2010 lässt Schlimmes befürchten.
RA Andreas Chowanetz
Zur Akzeptanz der Gemeinden
Das Schema:
Der private Kraftwerksbetreiber bezieht die Gemeinde mit ein.
Zum Beispiel mit dem Versprechen auf billige Fernwärme sowie in Aussicht gestellte Gewerbesteuereinnahmen.
Dafür übernimmt die Gemeinde die Bürgschaft für die notwendigen Kredite. (Unterhaching z.B. 70 Mio EUR Bürgschaft für die Unterhaching GmbH & Co KG)
Der Kraftwerksbetreiber gründet im Gegenzug eine GmbH. (Damit er nicht haften muss?)
Dazu der Steuerfachmann:
“Warum sollte eine Gemeinde so etwas Dummes tun?”
R.F-J.
Streng geheim!
Bernried
Anfang März 2010 bat uns der Geschäftsführer der BE Geothermal GmbH, um ein Treffen in einem Bernrieder Hotel und die Herausgabe und Übertragung der Domain begeothermal.de. In einem folgenden Schreiben verglich er die BE Geothermal GmbH mit Shell. Wohlgemerkt, im Domainrecht (bzw. hier Namensrecht) geht es um den Bekanntheitsgrad und selbst der Weltkonzern Shell konnte eine Übertragung der Domain shell.de nicht durchsetzen. Der Sitz der BE Geothermal GmbH in Bernried – und nach Auskunft des Geschäftsführers dort auch nur in einem Briefkasten “sitzend” – ist das Privathaus des amtierenden Bürgermeisters. Nur zehn Häuser entfernt befindet sich das “leicht” überdimensionierte Rathaus.
Aus der Erdwärme AG wurde die Erdwärme GmbH – alleiniger Gesellschafter ist L.K.Stahl. Auch die BE Geothermal GmbH, Geschäftsführer L.K. Stahl, hat Ihren Sitz in diesem Briefkasten. Investor ist aktuell: Macquarie Investments 1 Limited.

Hier entsteht das grösste Geothermie-Kraftwerk Mittel-Europas / Firmensitz
Aber zurück zur Domain. Diese fiel uns eher zufällig in die Hände, als wir der Aufforderung des Geschäftsführers auf der Tutzinger Gemeinderatssitzung Folge leisteten und auf ebendieser Domain nach Informationen suchten, die es nicht gab.
Also registrierten wir die Domain und verwendeten diese im internen Verkehr und als Umleitung auf unsere eigenen Seiten, auf denen Sie sich aktuell befinden.
Nun sind wir weder Domain-Grabber, noch an Streitereien interessiert. Ohne Anerkennung einer Rechtspflicht haben wir die Domain gekündigt und uns zum Treffen mit dem Geschäftsführer L.K. Stahl begeben.
Geheim
Die folgenden zwei Stunden verbrachten wir mit ihm gemeinsam in der Gaststube des Hotels. Leider waren alle Erkenntnisse, die uns vorgetragen wurden, geheim. So zum Beispiel sein Gegenmodell zum Wärmebergbaugutachten des Bayerischen Geologischen Landesamts. Auch der Störungsverlauf, in den gebohrt werden solle, wäre geheim. (selbstverständlich wurde er in Anwesenheit einiger unserer Mitglieder bereits auf Gemeindesitzung und Forum kurz präsentiert und von uns grob nachgezeichnet). Der einigermassen freundliche, aber teilnahmslose Herr leierte uns die ganze Propaganda der PR- und Marketingstrategen herunter, wohl wissend, dass wir mit den Fakten vertraut sind.
Eine einzige klare und nicht geheime Information haben wir aber doch erhalten:
Traurig teilte uns Herr Stahl mit, dass sie den angrenzenden Biotop-und Artenschutz wohl berücksichtigen müssen. Ein Landschaftsarchitekt aus Weilheim wäre mit der Umweltverträglichkeits-Sichtung beauftragt.
Gemeint war hier aber “nur” der angrenzende Röhricht. Er ist Lebensort vieler Vogelarten. So nisten darin zum Beispiel das Blässhuhn und die Teichralle. In den Halmen bauen verschiedene Rohrsänger-Arten und die Rohrammer ihre Nester. Laichplatz und Larvenhabitat verschiedener Amphibienarten und Lebensraum zahlreicher Wirbelloser. Ökologisch übernimmt Röhricht als natürliche „Kläranlage“ eine wesentliche Funktion in der Reinhaltung von Gewässern.
Der Bachzulauf in den Rötlbach, der die Wiese des GKW-Standortes quert, war ihm nicht bewusst. Dieser gilt wahrscheinlich als geheim.
Die ornithologische “Sichtung” sei, lt. Auskunft des beauftragten Landschaftsarchitekten Wurm auf dem Geothermie-Forum Bernried, bereits Anfang März erfolgt. Offensichtlich wollte man die Ankunft der Zugvögel nicht abwarten.
Der Starnberger See ist ein Feuchtgebiet internationaler Bedeutung für Wat- und Wasservögel.
Bernried – angespannte Finanzlage
Der Kassenkreditrahmen sei um mehr als 100% überzogen, berichtete die SZ am 30.März 2010
Weiterhin ist zu hören, dass die Gemeinde einen privaten Investor für die Fernwärme suche, die als paralleler Prozess aus dem – ebenfalls von einem Privatinvestor – geplanten Geothermal-Kraftwerk zur Stromerzeugung gewonnen werden soll.
Auf einer Gemeinderatssitzung in Bernried wurde zudem bereits der Kauf des regionalen Stromnetzes angeregt…
Wir warten gespannt auf die Nachricht: “Bernried ist auf der Suche nach einem Privatinvestor zum Erwerb des regionalen Stromnetzes.”
Wie es Herr Bürgermeister Steigenberger allerdings erreicht hat, seinen Bürgern vorzumachen, dass der Gemeinde die Besitztümer privater Investoren gehören werde, bleibt rätselhaft.
April2010/R.F-Jech

BI … Starnberger See e.V.
Der Gänsefuß