Hot-Dry-Rock made by ENRO

Die börsennotierte ENRO gehört zu 70% Karlheinz Bund. (früher Chef des Essener Steinkohlenkraftwerks-Betreibers Steag, Chef der Essener Ruhrkohle)
ENRO Energie SE beabsichtigt in den drei Ländern Saarland, Brandenburg und Nordrhein-Westfalen jeweils einen Konvoi zu bauen aus voraussichtlich sechs einzelnen Kraftwerken zur Stromerzeugung und Wärmelieferung auf der Basis Tiefengeothermie.

Das Einheitskraftwerk – ‘GK 12′ – hat eine Leistung von 12 MW.
Es baut sich auf vier Tiefbohrungen auf, die ca. 5.000 Meter tief gehen, um ausreichend hohe Temperaturen zu erreichen. Dieses Kraftwerk wird durch ENRO als Standardkraftwerk an vielen Standorten eingesetzt werden.
http://www.rohstoff-welt.de/news/artikel.php?sid=16082

Wie funktionieren die Geothermie-Kraftwerke von ENRO Energie?
Wie Karlheinz Bund im Redaktionsgespräch erklärte, greifen seine Kraftwerke die Wärme aus Tiefen von 4000 bis 5000 Metern ab. Dort herrschen Temperaturen von ca. 170 Grad Celsius. Zwei Bohrungen werden vorgenommen.
In eines der Bohrlöcher wird kaltes Wasser gepumpt. In 4000 Metern Tiefe wird es über Risse im Gestein fein verteilt und dadurch erwärmt. Das Wasser wird dann ins zweite Bohrloch geführt und nach oben gepumpt, wo ein Wärmetauscher und eine Dampfturbine betrieben werden. Die Technik habe wenig mit herkömmlichen Wärmepumpen für den Hausgebrauch zu tun, sie orientiere sich an Erdöl-Bohrungen. ENRO Energie arbeite deshalb auch mit Weatherford International zusammen, der viertgrößten Erdöl-Bohr-Firma.
http://www.sr-online.de/nachrichten/740/1019917.html
Ein Multi-Riss-System, das zu den Hot Dry Rock-Verfahren gehört.

Australien übt Hot-Dry-Rock ca. 500 km von Städten entfernt, um Erfahrungen mit der Beherrschung und Vermeidung von Erdbeben zu sammeln.
http://www.alternative-energiequellen.info/alternative_db/wordpress/?p=1851
In Kalifornien und Basel wurden die Hot-Dry-Rock-Verfahren wegen der Beben eingestellt.
similar project was shut down because of the earthquakes it generated
In Deutschland sollen also gleich ganze “Konvois” dieser “Erdbeben-Forschungs-Kraftwerke” entstehen.

Betriebszeit auf  20 Jahre ausgelegt = Förderungsdauer durch den Steuerzahler
http://www.alternative-energiequellen.info/alternative_db/wordpress/?p=2391

Rexon Ltd. hat es übernommen, den Eigenkapitalanteil der Investitionssumme zu akquirieren.
Hinzu kommen die flankierenden Maßnahmen der Deutschen Bundesregierung in Form des EEG (EnergieEinspeisungs-Gesetz), Abnahmepreise über 20 Jahre zu garantieren und somit Investitionen in ihrer Risikoanalyse positiv beurteilen zu lassen.
Info Das EEG und wie aus Atomstrom “Biostrom” wird

Saarbrücken – Betriebszeit sei auf 20 Jahre ausgelegt

Das börsennotierte Essener Unternehmen Enro Energie SE will das Saarland zum Vorreiter in der Großnutzung von Erdwärme machen. Diese soll laut Enro für die Stromerzeugung und für Fernwärme genutzt werden. Enro Energie hat dafür sieben Standorte im Saarland im Visier. Abgeschlossen seien die Untersuchung bereits in Bad Rilchingen, sagte gestern der gebürtige Saarlouiser Karlheinz Bund (84), früherer Steag- und Ruhrkohle-Vorstandschef. Er ist mit 75 Prozent der Anteile Mehrheitsgesellschafter bei Enro. (…)

Aus Rilchingen gab es gestern jedoch Widerspruch. “Der Aufsichtsrat der Projektgesellschaft Thermalbad sieht die Tiefen-Geothermie äußerst kritisch“, sagte der Vorsitzende des Gremiums, Kleinblittersdorfs Bürgermeister Stephan Strichertz (parteilos). “Die Bohrungen würden in eine Tiefe von mehr als 5000 Metern gehen, und zudem haben wir in punkto Finanzierung noch erhebliche Bedenken.” Um das geplante Thermalbad umweltfreundlich mit Strom und Wärme zu versorgen, setze der Aufsichtsrat derzeit auf Oberflächen-Geothermie eines anderen Unternehmens. Die Löcher würden bei dieser Lösung nur bis zu 80 Meter tief gebohrt.

Karlheinz Bund ist dagegen ein leidenschaftlicher Verfechter der Tiefen-Geothermie.
(früherer Steag- und Ruhrkohle-Vorstandschef. Er ist mit 75 Prozent der Anteile Mehrheitsgesellschafter bei Enro)

Die Betriebszeit sei auf 20 Jahre ausgelegt. Auf diese Zeit wird die Einspeisung nach dem Erneuebare-Energien-Gesetz (EEG) mit 24 Cent pro Kilowattstunde Strom vergütet.
ur/leh
pfaelzischer-merkur.de/sz-berichte/wirtschaft/Wirtschaft


Zur Betriebszeit siehe auch:

Tiefe Geothermie Fazit / Nachhaltigkeit:
info/alternative_db/wordpress/?p=2215

Das EEG und wie aus Atom-Strom “Bio-Strom” wird
info/alternative_db/wordpress/?p=1512

EEG Förderung im Vergleich

Förderung der Stromerzeugung aus tiefer Geothermie im Vergleich zur Photovoltaik 2010

Die Stromerzeugung aus tiefer Geothermie wird derzeit durch das Erneuerbare-Energie-Gesetz (EEG) besonders stark subventioniert.

Bei der EEG Förderung der Photovoltaik ist derzeit eine öffentliche Diskussion über die Folgebelastungen für die Bürger und Steuerzahler im Gange und die Bundesregierung plant offenbar eine deutliche Kürzung dieser Subventionen.

Auch die Geothermie-Verbände und Unternehmen weisen regelmäßig darauf hin, dass die Photovoltaik viel höher subventioniert sei als die Geothermie. Diese Behauptung ist allerdings bei genauerer Betrachtung nicht richtig.

Die EEG Einspeisevergütung für Strom aus Geothermie:

(Quelle: BMU[1] – Stand: 25.Okt.2008)

Allerdings hat eine tiefe Geothermieanlage, im Gegensatz zu einer Photovoltaikanlage, einen sehr hohen Eigenenergiebedarf von ca. 30%[2].
Nach dem EEG wird die Bruttostromerzeugung vergütet, obwohl nur die Nettostromerzeugung (ca. 70%), nach Abzug des Eigenverbrauchs zur Verfügung steht. Die auf die wirkliche Nettostromerzeugung anrechenbaren Fördersätze der Stromerzeugung aus Geothermie betragen also aktuell:

Die EEG Einspeisevergütung der Stromerzeugung aus Photovoltaik:

(Quelle: Bundesnetzagentur – Stand 2.Nov.2009)

Diese Förderung soll nach den gegenwärtigen Plänen der Bundesregierung um bis zu 30% reduziert werden, womit sich folgende Fördersätze ergeben würden:


[1] Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit

[2] Angabe der BE Geothermal GmbH (2009): geplante Bruttostromerzeugung: 77GWh, geplante Nettostromerzeugung 55GWh à Vom Investor/Betreiber vorhergesagter Eigenenergiebedarf 29%.

[3] Angabe in kWp entspricht der Nennleistung

Weitere KFW Förderungen für Geothermie Projekte:

Darüber hinaus wird die tiefe Geothermie auch noch durch ein von der KFW finanziertes Marktanreizprogramm gefördert, welches Darlehen und eine Bohrkosten Fündigkeitsversicherung über 80% beinhaltet. Das Risiko bei den teuren Tiefbohrungen (ca. 10 Mio € pro Bohrung) nicht auf das gesuchte Tiefenwasser zu stoßen ist sehr hoch. In diesem Fall würde die KFW, finanziert aus Steuergeldern, den Investoren bis zu 80% der Bohrkosten erstatten.

„Die KfW gewährt Darlehen für Tiefengeothermiebohrungen über Geschäftsbanken. Es werden maximal bis zu 80 Prozent der förderfähigen Kosten finanziert. Wird die Nicht-Fündigkeit festgestellt, wird der Investor ab diesem Zeitpunkt von der Rückzahlung des Restdarlehens freigestellt.“[1]

Da z.B. bei Photovoltaik, Windenergie oder Biogasanlagen kein derartiges Risiko besteht, fallen dort auch keine vergleichbaren Kosten an. Bei der Förderung der Geothermie gilt aber offenbar wieder die Prämisse: „Gewinne werden privatisiert und Verluste werden sozialisiert“

Empfänger der Subventionen:

Ein weiterer Unterschied zwischen der EEG Förderung der Photovoltaik und der Stromerzeugung aus Geothermie ist das Ziel des Geldflusses.

Während die Empfänger der EEG Einspeisevergütung und Investitionsdarlehen bei der Photovoltaik meist deutsche Kleinunternehmer oder private Immobilienbesitzer sind, kommen die Subventionen für die Geothermie zum großen Teil ausländischen Investoren zu gute. Volkswirtschaftlich gesehen muss der Weg von Fördergeldern ins Ausland weitaus kritischer betrachtet werden als Subventionen für die Bürger des eigenen Landes.

Schlussfolgerung:

Die Stromerzeugung aus tiefer Geothermie ist derzeit und bleibt auch langfristig die teuerste und die risikoreichste aller nach dem EEG geförderten Energiequellen.

Sie ist sogar deutlich teurer als die kostenseitig viel kritisierte Photovoltaik. Im Gegensatz zur Photovoltaik ist jedoch bei der tiefen Geothermie in Deutschland, keine große Kostenreduzierung mehr zu erwarten und Sie wird dauerhaft von Subventionen abhängig bleiben. Denn der Kostentreiber der Geothermie, die Tiefbohrungen, wurde durch viele Jahrzehnte der Erdölexploitation bereits bis an die Grenzen optimiert.

Darüber hinaus ist die tiefe Geothermie in Deutschland keine wirklich erneuerbare Energie. Da um ein Vielfaches mehr Wärmeenergie aus der Erdkruste abgebaut wird als natürlich nachströmen kann, sind die Kriterien für Nachhaltigkeit bei objektiver Betrachtung nicht erfüllt.


[1] Quelle: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, Stand 25.Feb.2009
siehe auch – Übersicht
Subventionierung, Anteil am Strommix, Nachhaltigkeit
info/alternative_db/wordpress/?p=2215

Stellungnahme vom Bund Naturschutz in Bayern e.V.

vom 18. Mai 2009
zum geplanten Geothermiekraftwerk in Windach, Ammersee und weiteren Fehlplanungen:

“… Geothermie-Anlagen, die nur die Stromgewinnung im Auge haben, profitieren offensichtlich von einem Geburtsfehler des EEG (…)
Bei einer Geothermie-Anlage sind die prozentualen Energieverluste noch weit größer: 90% der Gesamtenergie (…)

Unter nachhaltiger Nutzung der Geothermie versteht der Bund Naturschutz, wie oben ausgeführt, etwas ganz anderes.
Sollten weitere Projekte wie das in der Gemeinde Windach geplant werden, wird es mit dem guten Image der Geothermie sehr schnell landesweit vorbei sein. Das sollten die Betreiber im gut verstandenen Eigeninteresse bedenken.
Nicht alles, was unter dem Etikett Erneuerbare Energien firmiert ist auch nachhaltig und förderwürdig. Wir haben das auch bei verschiedenen Biomasseprodukten in den letzten Jahren festgestellt.

Damit das Kind nicht mit dem Bade ausgeschüttet wird, lehnt der Bund Naturschutz derart unangepasste Geothermieprojekte wie das hier vorgeschlagene ab.

Stellungnahme vom Bund Naturschutz in Bayern e.V. – lesen

Das EEG und wie aus Atom-Strom “Bio”-Strom wird

Staatliche Fördermaßnahmen

Einspeisevergütung
Durch die Novellierung des EEG (Erneuerbare Energien Gesetz) zum 1. Januar 2009 wird die geothermische Stromerzeugung mit bis zu 0,23 EUR pro eingespeister Kilowattstunde deutlich höher gefördert als zuvor. Die Förderung setzt sich zusammen aus:
Grundvergütung 16 Cent pro eingespeister Kilowattstunde.
Bonus von 4 Cent für Anlagen die bis 2015 ans Netz gehen.
Bonus von 3 Cent bei Auskopplung von mindestens 20% Fernwärme.
(bei Hydrothermalem Betrieb – bei Petrothermalen Betrieb / HDR kommen noch einmal 4 Cent dazu = 27 Cent)
Als zusätzliche Vergünstigung darf die Einspeisevergütung für die gesamte Brutto-Stromproduktion der Anlage in Anspruch genommen werden. Der Eigenenergiebedarf beträgt bei deutschen Geothermiekraftwerken ca. 30% der Bruttostromproduktion (größter Verbraucher sind die Förderpumpen).
Dieser Eigenenergiebedarf darf aus günstigeren Netztarifen zugekauft werden und muss auch nicht aus regenerativen Quellen stammen.

Nutzung von Atomstrom bei gleichzeitigem Abgreifen der Subventionen für alternative Energie? 23 Cent vom Steuerzahler erhalten – als Industriekunde 9 Cent  für Atomstrom zahlen = Gewinn 14 Cent.
Das rechnet sich für den Betreiber also auch dann, wenn mehr Atom-Strom verbraucht, als Alternativ-Strom produziert wird?
Und wer trägt eigentlich das finanzielle Risiko?

Marktanreizprogramm des BMU
Anlagen der tiefen Geothermie werden aus dem MAP (Marktanreizprogramm des Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit) durch zinsverbilligte Darlehen mit Tilgungszuschüssen gefördert. Förderfähig sind:
Die Errichtung der Tiefengeothermieanlage („Anlagenförderung“)
Die Realisierung der Förder- und Injektionsbohrung („Bohrkostenförderung“) sowie unvorhergesehene Mehrkosten gegenüber der Bohrplanung („Mehraufwendungen“)
Die Reduzierung des Fündigkeitsrisikos durch Haftungsfreistellungen für bis zu 80% der Bohrkosten („Kreditprogramm Fündigkeitsrisiko“)
Die Errichtung von Wärmenetzen („Wärmenetze“)
Die KfW kann daraus Darlehen pro Projekt in einer Höhe von bis zu 80% der Bohrkosten vergeben. Diese Darlehen werden im Fall der Nichtfündigkeit haftungsfrei gestellt, d.h. sie müssen vom Kreditnehmer ab diesem Zeitpunkt nicht weiter zurückgezahlt werden. Das „KfW Sonderprogramm“ für allgemeine Projektfinanzierungen, wie u.a. Geothermieprojekte, refinanziert Banken mittels KfW-Krediten bis zu einem Kreditbetrag von i.d.R. 200 Mio. Euro pro Projekt.

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Geothermie

Udo Leuschner Basiswissen:
Hoher Eigenverbrauch verringert die effektive Stromerzeugung
ORC-Anlage in Neustadt-Glewe 
Der Wirkungsgrad solcher ORC-Anlagen beträgt bei einer Thermalwassertemperatur von 100 Grad Celsius etwa 6,5 Prozent, bei 120 Grad 9 Prozent und steigt bis 200 Grad auf etwa 13 Prozent an. Noch nicht berücksichtigt ist dabei allerdings der Eigenverbrauch des ORC-Kraftwerks. Viel Strom benötigen vor allem die Pumpen, die das heiße Wasser fördern und wieder in den Untergrund zurückpressen. Bei Berücksichtigung dieses Pumpaufwands sinkt der Gesamtwirkungsgrad des ORC-Kraftwerks erheblich. Beispielsweise verbraucht in Neustadt-Glewe allein die Pumpe zur Förderung des Thermalwassers 140 Kilowatt. Hinzu kommen bis zu 15 Kilowatt für die Pumpe, die das Kühlwasser für den Kondensator umwälzt. Dieser Strombedarf muß eigentlich – soweit er sich eindeutig der Stromproduktion zurechnen läßt – von der schon recht geringen Leistung des ORC-Kraftwerks abgezogen werden. Man gerät dann bei geringen Temperaturen und Thermalwassermengen sogar schnell in einen Bereich, wo der Eigenverbrauch die Generatorleistung übersteigt. 

So beträgt in Neustadt-Glewe der Eigenverbrauch sechzig bis siebzig Prozent der Generatorleistung. Die Leistungsbilanz wäre sogar negativ, wenn man nicht anstelle von Luftkühltürmen die effektiveren Wasserkühltürme verwendet hätte.
Nun wird allerdings Strom aus Geothermie aufgrund des Erneuerbare-Energien-Gesetzes vergleichsweise hoch subventioniert. Für den Betreiber eines solchen Kleinkraftwerks ist es deshalb vorteilhafter, den Eigenverbrauch der Anlage aus dem Netz der allgemeinen Stromversorgung zu decken, anstatt ihn von der eigenen Erzeugung abzuzweigen.  …

http://www.udo-leuschner.de/basiswissen/SB112-04.htm

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