“Der schwarze Dienstag”
Protokoll zur Promotion-Veranstaltung der BE-Geothermal GmbH am 22.6.2010 in Bernried
“Ob wir mitmachen oder nicht, das Kraftwerk wird gebaut. Darauf hat Bernried keinen Einfluss.” war das Schlimmste, was der Bernrieder Bürgermeister auf der Veranstaltung der BE-Geothermal in Bernried seinen Bürgern sagen konnte.
Wozu sollte da noch der, erst kürzlich an fast alle Bernrieder, verteilte Fragebogen “Ihre Meinung ist uns wichtig” dienen?
Die Interessenvertreter:
Angereist aus Berlin war der Rechtsanwalt und Vorsitzender des Geothermieverbands Hartmut Gassner, Dr. Schubert von der ERDWERK GmbH, Herr Kötting, Geschäftsführer der IGEU GmbH, Herr Stahl von der BE-Geothermal GmbH, Sowie vom Zweckverband Geowärme Erding Herr Gabauer und Herr Dr. Wassermann, der sich sichtlich unwohl fühlte.
Ein Unterhachinger Bürger, der auch in Werbemitteln seine Zufriedenheit zur Schau stellt, rundete das Bild ab. (Zur Fernwärmekostenberechnung Unterhaching)
Als Moderatorin war Frau Heinzeller vom Bayerischen Fernsehen geladen.
Die BIF UNAE war nur gering vertreten. Zuviele dieser Propaganda-Vorführungen hatten wir schon gehört. So war es um so erfreulicher, wie informiert und aufmerksam sich das Bernrieder Publikum im vollen Saal des Hotel Seeblick präsentierte. Anscheinend ist man in Bernried nicht bereit, dem Bürgermeister und dem Gemeinderat in Lemmingsmanier zu folgen.
Die vorführende “Geothermiekompetenz” suchte mit einer Mischung aus Behauptungen und Wünschen das Publikum zu überzeugen. (Die Schlange Ka aus dem Junglebuch war überzeugender.) Die unübersehbare Arroganz des eigens angereisten Herrn Gassner trug nicht zur Glaubwürdigkeit der Veranstaltung bei. Die Überwindung, die es diesen kostete, einzuräumen, dass die Bohrungen nicht unter das Berggesetz fallen, wurden von der laustarken Aufforderung aus dem Publikum begleitet, doch endlich auf die Frage zu antworten. “Ja.” warf Herr Gassner endlich trotzig ins Mikrofon. “Ja, das ist so.” Schäden, die während der Bohrzeit (pro Bohrung etwa 1/2 Jahr) entstehen, unterliegen nicht der Beweislastumkehr.
Herr Schubert (der auch in Mauerstetten vollkommen trocken geplant hat) beantwortete klar heraus die Frage nach dem Stromverbrauch der Förderpumpe in Unterhaching.
1 MW Strom benötigt die Förder-Pumpe. Wohlgemerkt nur die Förderpumpe verbraucht also bereits 1/3 des erzeugten Stroms. Ansonsten erging er sich in schwammigen Erklärungen. Wie soll man auch etwas belegen, das man sich nur wünscht. Seine Aussage, dass es erst nach 200 Jahren Nutzungsdauer 1. Anzeichen für einen Temperaturrückgang geben werde, rief allgemeines Gelächter hervor.
Und wie und wohin er das reinjektierte Wasser wünschte, blieb völlig unklar.
Wie verteilen sich 22 Millionen Liter am Tag im Untergrund? Und wie ist das mit den Druckunterschieden?
Beben in Unterhaching wurden zugegeben. Weil die Pumpen plötzlich ausfielen, wäre es zu einem Druckunterschied gekommen. Da löst man eben Beben aus.
Für die Beben war Dr. Wassermann zuständig. Der Dr. Wassermann, der noch 2006 an einer Studie teilnahm mit dem Titel “Selbst geringste Veränderungen des Drucks im Gestein können Erdbeben auslösen.”
Beben um M 4 räumte Dr. Wassermann ein. Das wären keine Schadensbeben. Etwas verworren räumte Herr Dr. Wassermann auch ein, dass nicht die Magnitude, sondern die Intensität an der Oberfläche entscheidend wären. (Die Erklärung liefert die BIF UNAE hier)
Einige Windungen später kam eine umfassende Stellungnahme: ”Von Menschen ausgelöste Erdbeben sind auch nicht stärker, als natürliche Erdbeben.”
Dass es in Landau bei M 3 bereits zu Schäden gekommen ist räumte die “Geothermie-Kompetenz” allerdings ein. “Grosszügig” wären die Landauer entschädigt worden, erklärte Bürgermeister Steigenberger. Dass die Schuldfrage an den Beben bisher nicht geklärt sei, warf Herr Gassner vom Geothermieverband ein.
Wir grüssen unsere Landauer Freunde. Diese kämpfen bis heute verzweifelt um eine Schadensregulierung.
Und noch ein Sahnetupferl von Dr. Wassermann: Das Projekt in Basel wäre nur deshalb eingestellt worden, weil die Möglichkeit bestand, dass in 30 Jahren ein schweres Beben ausgelöst werden könne. (Auch Kalifornien fühlte sich wohl von der Baseler Gefahr bedroht). Die Schäden, die die durch die Geothermie ausgelösten Beben angerichtet hatten, waren also nicht der Anlass für die vollständige Einstellung des Projekts in Basel und darüber hinaus auch in Kalifornien?
Wir grüssen unsere Freunde von der IG-EEG Basel!
“…Doch es kommt anders. Am Nachmittag des Folgetages geht ein lauter Knall durch Basel, gefolgt von einem Erdstoß der Magnitude 3,4 (Menschengemachtes Erdbeben bei Basel). Gläser klirren in den Schränken. In etlichen Gebäuden entstehen Risse.”
“Zeit: Beben ist menschlich”
Der verzweifelte Schwur Herrn Schuberts von der Erdwerk GmbH, dass es bei der Bohrung nicht beben werde, wurde aus dem Bernrieder Publikum mit der Frage quittiert, ob denn der Schwur auch versichert sei.
Letzten Endes blieb Herrn Dr. Wassermann nichts anderes übrig, als zuzugeben, dass es wissenschaftlich eben nicht auszuschließen sei, dass es zu Erdbeben kommen kann. (währenddessen das Promotionblatt der BEGeothermal, das üppig ausgelegt worden war, weiterhin munter behauptet, „…dass hier in Südbayern keine Erdbebengefahr droht“).
Recht symphatisch wirkte Herr Gabauer aus Erding. Und auch seine Informationen waren durchaus interessant:
So hat Erding 35.000 Einwohner, 500 Haushalte sind an die Fernwärme angeschlossen.
Bernried hat 2.000 Einwohner, benötigt bei gleicher Auslastung also nur 28 Haushalte, die sich anschliessen ???
Allerdings räumte Herr Gabauer aus Erding ein, dass ihr Wasser mit Temperaturen zwischen 61° und 65° gefördert wird, das sie mit einem Verbrennungskraftwerk auf 90° hochheizen müssen, um ausreichende Temperaturen für die Fernwärme zu erzeugen. Im Geoheizwerk, werden knapp 50 Prozent der benötigten Wärmemenge mit Geowärme erzeugt. Der Rest des Wärmebedarfs wird durch die Wärmepumpe gedeckt, die mit Erdgas und leichtem Heizöl angetrieben wird.
Zur Wasserentnahme: Erding könnte 50 l/s fördern, darf aber aktuell nur 24 l/s fördern. In Bernried wird mehr als die 10-fache Fördermenge geplant.
Die sehr kleine Anlage in Erding produziert natürlich keinen Strom.
Auch Herr Stahl von der BE-Geothermal konnte mit wenig bis keiner neuen Information trumpfen. Die Reinjektionsstelle könne in Tutzing liegen (wir berichteten) und würde in 4-6 Wochen bekannt gegeben. Darüber gab Herr Schubert mit seinen Karten genauere Auskunft. Deutlich war zu erkennen, dass die Reinjektionsstellen zwischen Tutzing-Kampberg und Tutzing-Unterzeismering geplant sind. Des weiteren konnte man aber auch sehen, dass vom Förderbohrungspunkt 2-3 km in südwestliche Richtung gebohrt werden soll.
Die Anfahrt für den Schwerlastverkehr ist von Unterzeismering / Karpfenwinkel auf den Feld- und Waldwegen zum Auweiher geplant.
Herr Stahl behauptete, dass das Kraftwerk mit 66 Lüftern (Durchmesser je Lüfter ca. 3 Meter) schnurren würde wie ein Kätzchen, und zwar mit 40 dBa. Spezielle Schallschutzvorrichtungen wären geplant. Ein Gutachten darüber könne er aber nicht vorlegen, man möge ihm glauben. (zur Lärmmessung Landau mit 15 Lüftern)
Zur Gefahr der Gewässerverunreinigung durch Pentan oder salinares Tiefenwasser, beruhigte Herr Stahl mit dem Einwand, es gäbe schliesslich auch Tankstellen am Starnberger See. (Diese befinden sich allerdings auch bei uns nicht im unerschlossenen Landschaftsschutzgebiet oder am Rande der Wanderwege.)
Die Frage nach der Umweltverträglichkeitsprüfung wurde nicht zufriedenstellend beantwortet. Lt. Bürgermeister Steigenberger werden 2 Vegetiation- Zyklen benötigt. Wie auf dem Energieforum Bernried vor etwa 3 Monaten von Herrn Bürgermeister Steigenberger eingeräumt wurde, hatte man zu diesem Zeitpunkt damit noch nicht begonnen, aber jetzt sei die UVP fast fertig.
Auch auf die Fragen nach der Versicherung blieb Bürgermeister Steigenberger klärende Antworten schuldig. Erfahren haben wir nur, dass im Falle einer Insolvenz der BE-Geothermal GmbH die Gemeinde Bernried die volle Haftung für Schäden übernimmt. (Auskunft über eine Versicherung für Gemeinden für Schäden aus Geothermie hier)
Die Vorsitzende des BN Bernried fragte nach dem Wärmeabbau, den das Bayerische Landesamt für Umwelt im Mai 2010 so beschrieb: “Insbesondere bei der Nutzung der hydrothermalen Geothermie wird nicht der schwache, ständig aus dem Erdinneren nachfließende terrestrische Wärmestrom genutzt, sondern das sehr viel höhere, aber erschöpfbare Potenzial der gespeicherten Erdwärme. Damit wird strenggenommen eine Wärmelagerstätte abgebaut.” Hierzu erfuhr das interessierte Publikum von Herrn Gassner, dass die Arbeit des Landesamts nicht gut sei und dass man dieses instruieren werde.
Bürgermeister Steigenberger betonte mehrfach eine vermeintliche Privilegierung dieses grössten GKW Mitteleuropas im Schutzgebiet / Aussenbereich.
Auch hier irrt Herr Steigenberger: Tiefengeothermische Anlagen sind im Außenbereich wegen fehlender notwendiger Grundstücksbezogenheit nicht bauplanungsrechtlich privilegiert und damit nicht zulässig.
Viele Themen konnten nicht mehr besprochen werden, Vieles blieb offen oder unbelegt, man wurde mit Folgeveranstaltungen vertröstet. Festzuhalten bleibt, dass sich in Bernried der Unmut regt und diese Veranstaltung nicht dazu beitragen konnte, diesen zu besänftigen.
Ein schwarzer Tag für die Geothermie-Lobby, wenn man den Gemeinderatsbeschluss in Tutzing mit dazu nimmt sogar ein rabenschwarzer.
Steigenberger Blüten – kommentiert
“Anonymisierte Fragen und Antworten bezüglich des Geothermie Projektes in Bernried”:
Antwortschreiben von Herrn Bürgermeister Steigenberger
bernried.de/buerger/fragen-und-antworten
Antworten – EAPl025 Josef Steigenberger 08.10.2009
Steigenberger: “Ein Dozent an der Hamburger Universität hat sich mir gegenüber so geäußert: “… Mit einer Bohrung verursacht man in diesem Fall kein Erdbeben, sondern löst es nur aus.”
Na, dann ist ja alles gut.
Steigenberger: “Eine Erwärmung der Umgebungstemperatur durch die erforderliche Kühlung für das Kraftwerk ist nach meinem Kenntnisstand nicht zu erwarten.”
Fachleute erwarten dagegen, dass 90% der Abwärme aus der Stromerzeugung unsere Umwelt heizen.
Steigenberger: “Die BE Geothermal GmbH ist umfassend versichert. … Die Gemeinde Bernried a. S. legt äußerst großen Wert auf diese ausreichende Absicherung, da sie als Mitinhaber der Aufsuchungserlaubnis auch entsprechend haftet. Sie wird daher „Mitversicherter“ und im Falle einer Insolvenz der BE Geothermal GmbH auch Begünstigter aus den Versicherungen.”
?
Antworten – EAPl025 Josef Steigenberger 11.11.2009
Steigenberger: “Im Übrigen gibt es keinerlei Hinweise darauf, dass Erdbeben oberhalb der Stärke 4 zu erwarten sind. Dies wurde auch von Herrn Prof. Wassermann von der Erdbebenzentrale der LMU in Fürstenfeldbruck so bestätigt.”
Na dann ist ja wieder einmal alles gut.
Offiziell gelten Beben ab Magnitude 3 als Schadenbeben. Und Experten räumen ein, dass es bei oberflächennahen Beben bereits bei wesentlich geringeren Stärken zu Schäden kommen kann.
Steigenberger: “Emissionen in gasförmiger oder flüssiger Form entstehen hierbei nicht, da das Betriebsmedium Pentan, das für die Stromerzeugung benötigt wird, in einem geschlossenen Kreislauf geführt wird, der kontinuierlich auf Leckagen überwacht wird.”
Dann ist eine ständige Überwachung auch notwendig!
Denn neben dem für die Stromerzeugung benötigtem umweltgefährdenden Pentan, enthält auch das Tiefenwasser einige Bestandteile, die keinesfalls mit den Gewässerzuläufen zum Rötlbach und in den Starnberger See in Berührung kommen sollten.
Steigenberger: “Hinsichtlich des Risikopotenzials von Pentan ist zu sagen, dass es sich von anderen Flüssiggasen, die allenthalben verwendet werden, kaum unterscheidet und z. B. im Vergleich zu Heizöl im Wesentlichen nur eine höhere Entzündlichkeit aufweist. Von der Giftigkeit her liegt es unterhalb von Fahrzeugbenzin. “
Na, dann sind wir aber beruhigt, Herr Steigenberger! Gegen Heizöl im Starnberger See ist ja auch nichts einzuwenden, oder?
Steigenberger: “Trotz der teilweise unvermeidbaren Abwärmeverluste ist Geothermie mit Kraft- Wärme-Kopplung (also Stromerzeugung plus Wärmeauskopplung) hinsichtlich ihrer Ökobilanz zusammen mit der Wasserkraft der günstigste Energieträger.”
Ein Kessel Buntes also. Geothermie in Deutschland erreicht die Temperaturen für eine echte Kraft-Wärme-Kopplung nicht. Diese ist erst ab Temperaturen von 210°C möglich!
Zum Abschluss folgt dann noch ein Insider-Scherz:
Steigenberger: “Grundsätzlich ist es auch möglich, Kampberg an das entstehende Fernwärmenetz anzuschließen. Da dieses jedoch nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten gebaut werden muss, ist Voraussetzung hierfür, dass sich möglichst viele Abnehmer aus Kampberg anschließen werden.”
Antworten – Der Bürgermeister – 82347 Bernried, 17.03.2010
Steigenberger: “So ist bei uns eine Stromproduktion von 10 MWh geplant, während die Kraftwerke in Laderello/Toskana ca. 850 MWh Strom produzieren.”
Mal abgesehen davon, dass auch Lardarello nicht in Mitteleuropa liegt, es eine ganze Reihe von Kraftwerken besitzt, die zusammen 400 MW Strom produzieren, befindet sich die heisse Magma in Lardarello relativ dicht unter der Oberfläche.
Dieses heiße Magma erhöht hier die Temperatur des Erdreiches soweit, dass eine wirtschaftliche Nutzung der Erdwärme möglich ist.
Lardarello
Der Ort liegt im Zentrum des so genannten Tals des Teufels (ital. valle del diavolo). Dieses Gebiet auf einer Fläche von circa 200 Quadratkilometern im Tal des Cecina trägt seinen Namen von seinen borhaltigen Soffioni, das heißt herausschießenden, weißen Dampffontänen, sowie von heißen Quellen gebildeten Tümpeln und Teichen (lagoni = große Seen).
Also ganz ähnliche Verhältnisse, wie in Bernried, oder? Magmaflüsse und dicht unter der Oberfläche!
Wir sitzen hier sozusagen auf auf einem Propaganda- Vulkan!
Lardarello
Steigenberger: “Bei uns werden 150 Grad Celsius erwartet, Unterhaching hat beispielsweise nur 122 Grad Celsius, was deren Kraftwerk „kleiner“ macht, nicht jedoch auf die Gebäude bezogen.”
Aha!
Steigenberger: “Es ist jedoch nicht beabsichtigt ein Gewerbegebiet auszuweisen, denn die an der Abnahme der Wärme interessierten Unternehmen und Bewohner reichen bei weitem aus um eine ausreichende Auskopplung an Wärmeenergie sicherzustellen.”
Wer genau würde sich denn langfristig an so ein teures Fernwärmenetz binden?
Oder plant Bernried für seine 503 Wohngebäude (2.194 Einwohner) etwa einen Anschlusszwang?
Kommentare R.F-Jech
Peissenberg – Pech & Kohle
Erfahrungsaustausch mit „BE Geothermal“
Kreisbote WM-Mur vom 29. Mai 2010:
“Machbarkeit prüfen
Erfahrungsaustausch mit „BE Geothermal“
(wohlgemerkt, das ist die GmbH, die Erdbeben in unserer Region für völlig ausgeschlossen hält und den Erschliessungshorizont “Süsswassermolasse” als Trinkwasserbrunnen verkaufen will)
Peißenberg – Die anfängliche Euphorie um die geothermische Energiegewinnung ist in der Marktgemeinde längst verflogen. Die gemeinsam mit E.ON erworbenen Claimrechte sind im Oktober 2009 abgelaufen, ohne dass sich die Gemeinde oder der Energiekonzern um eine Verlängerung bemüht hatten. Das technische und finanzielle Risiko sei gegenwärtig zu hoch, hieß es als Begründung.
Trotz inzwischen eher geringer Erfolgsaussichten hat der Marktrat das Projekt noch nicht ganz ad acta gelegt. Derzeit steht man im Erfahrungsaustausch mit der Firma ,,BE Geothermal”, die neben den Planungen in Bernried weitere Bohrstandorte sucht. Wie es in der Marktratssitzung hieß, hat Geothermal-Geschäftsführer Lutz Karl Stahl der Gemeinde angeboten, die bis dato vorliegenden Gutachten einzusehen und auf deren Basis die Analogien mit Bernried und die Machbarkeit des Projekts zu prüfen. Erste Ergebnisse der kostenlosen Expertise sind laut Gemeindewerkleiter Uwe Horn in etwa acht Wochen zu erwarten. Voraussetzung sei, dass E.ON die Nutzung der gemeinsam erhobenen Daten genehmigt. jep”
Seismische Linien von ExxonMobil Production Deutschland GmbH

Peißenberg befindet sich am Übergang der Vorlandmolasse zur Faltenmolasse. Die sogenannte Peißenberger Schuppe (ehem. als Mulde bezeichnet) bildet von Norden her kommend den ersten geologisch markanten Bereich der Faltenmolasse im Raum Peißenberg. Weiter südlich folgt die Rottenbucher Mulde. In den steil einfallenden Mulden- bzw. Schuppenschenkeln kommen auch die ursprünglich tiefer gelegenen, kohleführenden Schichten recht nah bis an die Erdoberfläche heran, was den Abbau der Kohle dort ermöglicht hat. Der Hohe Peißenberg befindet sich am südlichsten Teil der Vorlandmolasse, deren Schichten dort steil nach oben aufgerichtet wurden (Aufgerichtete Molasse). Sowohl die Ablagerung der Schichten, als auch deren spätere Auffaltung fand im Zeitalter des Tertiärs statt. Des Weiteren werden diese tertiären Schichten von unterschiedlich mächtigen quartären Schichten (vor allem Schotter & Moräne) überlagert.
Im frühen 19. Jahrhundert mit wurde dem systematischen Abbau von Pechkohle am Hohen Peißenberg begonnen.
Es wird angenommen, dass durch den Bergbau die Kur-Quelle von Bad Sulz versiegte, das deswegen es den Kurortstatus verlor.
Der Bergbau wurde, obwohl seinerzeit auf dem modernsten Stand der Technik befindlich, zunächst 1966 an den Standorten Hausham und Penzberg eingestellt und schließlich 1971 auch in Peißenberg aufgegeben.
wiki/Peißenberg
Erdbeben
Peißenberg: Schwere Erdbeben am 16.09.1967, am 09.10.1967 und am 17.09.1969
Ursache: Einleitung von Wasser in das aufgelassene Bergwerk (Wasser sollte den Einsturz aufgegebener Stollen verhindern).
Aktivitäten Radionuklide
Auszüge aus:
Erfassung und radiologische Bewertung von Hinterlassenschaften mit NORM-Materialien aus früheren Tätigkeiten und Arbeiten einschliesslich der modellhaften Untersuchung branchentypischer Rückstände (Teil 3a) BMU – 2007- 695
Aktivität entnommener Bodenproben einer Bergehalde des Pechkohlen-Bergbaus sowie des Haldenumfeldes, jeweils Mischproben von mehreren Probeentnahmestellen, Proben ungetrocknet; jeweils Mittelwert aus mehreren Radionukliden einer Zerfallsreihe
7.4.3 Bergehalden Pechkohle-Bergbau
Tabelle 24 zeigt gammaspektrometrische Messergebnisse von Proben, die der Oberfläche einer Bergehalde des Pechkohlenbergbaus in Südbayern entnommen wurden (Aufschüttzeitraum ca. 1900 – 1920). Auf der Halde wurden Freizeitanlagen errichtet. Bereits an Hand dieser wenigen Messpunkte ist die Inhomogenität des Aktivitätsinventars erkennbar (Süd-Nord-Gefälle, was sich auch durch Gamma-Dosisleistungs-Messungen verifizieren lässt – Tabelle 25).
Die niedrigeren Messwerte an der Oberfläche sind auf Humusbildung zurückzuführen.
Das durch Neubildungen unbeeinflusste Haldenmaterial zeigt Werte größer 200 Bq/kg für die mittlere Aktivität bzgl. der Radionuklide der Uran-Reihe. Bei Auswertung getrockneter Proben (Trockenmasse) würden höhere Aktivitätswerte resultieren.
In Tabelle 25 ist die nach Haldenregionen sortierte Dosisleistung von insgesamt 88 Messpunkten auf dieser Halde angegeben. Die Werte sind deutlich gegenüber dem natürlichen Untergrund (siehe Haldenumfeld) erhöht. Auch hier ist das Süd-Nord-Gefälle erkennbar. Die niedrigen Werte im Südteil der Halde resultieren mit hoher Wahrscheinlichkeit aus Abschirmwirkungen der dort befindlichen Gebäude.
Die Dosisleistung auf einer unmittelbar benachbarten Halde jüngeren Datums zeigt ähnliche Werte (Tabelle 26).
In Deutschland werden in Böden zwischen 11 und 330 Bq/kg Uran 238 und zwischen 5 und 200 Bq/kg Radium 226 gemessen.
7.4.4 Grubenwasser, Gewässer, Sedimente
Radium kann ausgewaschen werden, wenn das Grundwasser in direktem Kontakt zu radioaktiven Lagerstätten bzw. Uran- oder Thorium-haltigem Gestein steht. Radium-226 ist ein Alpha-Strahler und wird in die Knochensubstanz eingebaut. Die Konzentration von Radium-226 in Trinkwasser sollte deshalb 0,04 Bq/l nicht überschreiten.
Tabelle 28 enthält Aktivitätsangaben von Grubenwasser und den nachgeordneten Gewässern: dem Flusswasser, den Fluss-Sedimenten (nahe der Einleitungsstelle u. flussabwärts), Bodenablagerungen in der Nähe der Flussufer (infolge von Überschwemmungen) sowie Klärschlamm aus der Flusswasserklärung.
Die Sedimente zeigen an den Stellen, wo die Grubenwässer in die Vorflut eingeleitet werden, sehr hohe Aktivitätswerte.
Da die Aktivität flussabwärts sich immer mehr verringert, nimmt auch die Sedimentaktivität ab. Die Abnahme hängt sehr stark von der Radium-Konzentration des Grubenwassers und der Wassereinleitungsrate ab, die von Tag zu Tag differiert. Infolge von Überschwemmungen können die Radiumaktivitäten auch in Ablagerungen jenseits der Flussufer festgestellt werden. Wird das Flusswasser in Kläranlagen gereinigt, so lassen sich die Aktivitäten auch im Klärschlamm deutlich nachweisen.
7.4.7. Schlussfolgerung
Bergehalden mit einem Aktivitätsinventar > 200 Bq/kg pro Radionuklid wurden erwartungsgemäß im Freitaler Bergbaurevier identifiziert und darüber hinaus in Oberbayern bei der Pechkohlegewinnung sowie in Baden Württemberg.
…Im Zusammenhang mit der Einleitung und der Verwendung von Grubenwässern in der Aufbereitung können Vorfluter und nachrangige Gewässer, Sedimentablagerungen dieser Gewässer, Prozesswasser-Rückstände, Abwässer, Klärschlämme und Anlagenteile hohe Radiumaktivitätswerte besitzen.
Infolge der Bergbautätigkeiten, insbesondere der Errichtung der Grubenbaue, können sich Radonkonzentrationen in oberirdischen Gebäuden erhöhen.
10.3.4 Bayern
Die Zuständigkeit für die stillgelegten Bergbaubetriebe in Bayern liegt beim Referat Bergbau, Mineralische Rohstoffe, Bergaufsicht des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie. Das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie verfügt über ein umfangreiches Archiv, das ein sehr gutes Instrument für die Identifizierung von Hinterlassenschaften darstellt.
Im Rahmen des vorliegenden Forschungsvorhabens wurde uns der Zugang zu dem Archiv des Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie (Referat Bergbau, Mineralische Rohstoffe) nicht gewährt. Aus diesem Grund sind in der Datei „Steinkohle- und Pechkohle-Bergbau Haldenstandorte“ (…) nur sehr wenige Haldenstandorte aus dem ehemaligen Steinkohlebergbau aufgelistet. Die Daten stammen aus mündlichen Aussagen des bayerischen geologischen Landesamtes. Ein voraussichtlich zielführender Weg für die Identifizierung der Haldenstandorte in Bayern wäre die Nachfrage bei den Städten und Gemeinden, die in der Tabelle „Steinkohle- und Pechkohle-Bergbau Haldenstandorte“ der Anlage aufgelistet sind (Peißenberg, Hohenpeißenberg, Penzberg, Tölz, Marienstein, Hausham, Au, Stockheim und Miesbach).
Diese Recherche wurde im Rahmen des Vorhabens nicht durchgeführt.
Bundesumweltministerium
zusammengefasst R. F-Jech
Quellen:
wikipedia
Bundesministerium für Umwelt
www.umweltbundesamt.de/umid/archiv/umid0107.pdf
http://www.bmu.de/files/pdfs/allgemein/application/pdf/schriftenreihe_rs695_teil_3a.pdf
Siehe auch:
Fällungen von Radium bei Förderung von Tiefenwässern.
Vergleich Tiefe Geothermie, Kohle, Erdöl- und Erdgasförderung
Protestieren Sie und schützen Sie Ihr Eigentum!
Protestieren Sie bei der Regierung von Oberbayern als Genehmigungsbehörde gegen das geplante Geothermie-Kraftwerk im Landschaftsschutzgebiet westlich des Starnberger Sees!
Mitten im Landschaftsschutzgebiet zwischen Wielenbach, Bernried und Tutzing ist das bislang größte Geothermie-Kraftwerk Mitteleuropas in Planung!
Das bedeutet für Sie als Anwohner:
• ein Risiko durch Landabsenkungen oder Erdbeben,
• eine Dauerlärmabstrahlung, vergleichbar mit einem Verkehrsflugzeug auf dem Rollfeld,
• das Risiko des weithin sichtbaren Ausstritts von Wasserdampf,
• eine voraussichtlich erhebliche Wertminderung Ihres Grundstücks-Eigentums.
Wenn Sie sich mit uns gegen dieses industrielle Großprojekt mitten in unberührter Seenlandschaft wehren wollen, legen Sie jetzt bitte mittels beigefügter PDF-DATEI Protest bei der Regierung von Oberbayern ein!
Durch Ihr Schreiben artikulieren Sie Ihren Bürgerprotest gegen eine völlig unvertretbare Industrieansiedlung mitten im Landschaftsschutzgebiet westlich des Starnberger Sees. Ferner schaffen Sie damit die Voraussetzungen dafür, dass Sie als betroffener Grundeigentümer von einer eventuellen Bewilligung der Probebohrungen bzw. des Kraftwerkbetriebs durch die Regierung von Oberbayern informiert werden und dann die Möglichkeit haben, hiergegen rechtlich vorzugehen.
Wir danken Ihnen für Ihr Interesse und Ihre Hilfe in einer Angelegenheit, die uns alle angeht!
Gleich PDF-DATEI ausdrucken und unterzeichnen, in ein Briefkuvert stecken und losschicken!
Ihr Verein Bürgerinitiative
Schutz Westufer Starnberger See
& BIF UNAE
neue Beben in Insheim
Geothermie-Beben von Insheim erschüttert Steinweiler!
Das Insheimer Beben vom Freitag, den 9.4.2010 um 14:35 war nach den Aussagen von Anwohnern in Steinweiler in der Niedergasse, der Klingbachstrasse und der Haynaer Strasse deutlich spürbar.
Wie die Erdbebenwarte Freiburg mitteilt haben sich am 7. April sowie am 9. April 2010 in Insheim im Umfeld der sich im Bau befindlichen Geothermieanlage insgesamt 4 Erdbeben ereignet.
Lt. Pressemedungen in der Rheinpfalz vom 10. April 2010 ist sich Hans Peter Ehses, Direktor des Landesamtes für Geologie und Bergbau, sicher: ,,Geothermie löst seismische Ereignisse aus.”
Denn in Insheim sei an diesem Tag (Mittwoch, 7. April 2010) Wasser ins Bohrloch gepresst worden.
big-steinweiler.de
Bundesanstalt für Geowissenschaften BGR:
Datum / Uhrzeit (UTC): 2010-04-09 12:36
Geographische Koordinaten: 49.16 N, 8.12 E
Magnitude: 2.6
Region: Landau i.d. Pfalz, NW of Karlsruhe
Datum / Uhrzeit (UTC): 2010-04-09 10:52
Geographische Koordinaten: 49.17 N, 8.12 E
Magnitude: 2.9
Region: Landau i.d. Pfalz, NW of Karlsruhe
Datum / Uhrzeit (UTC): 2010-04-07 13:46
Geographische Koordinaten: 49.14 N, 8.16 E
Magnitude: 2.4
Region: Landau i.d. Pfalz, NW of Karlsruhe
Datum / Uhrzeit (UTC): 2010-04-07 09:04
Geographische Koordinaten: 49.14 N, 8.16 E
Magnitude: 2.2
Region: Landau i.d. Pfalz, NW of Karlsruhe
Erdbebendienst Freiburg:
| Nahbeben>> | Insheim/Lkrs.Suedl.Weinstrasse/RLP |
| DATE | TIME-UT | LATITUDE | LONGITUDE | DEPTH | ML | RMS | NL/NM | GAP |
| 100409 | 12:36:33.80 | 49.151N | 8.158E | 5.0* | 2.2 | 0.13s | 17/ 9 | 98 |
| 100409 | 10:52:22.01 | 49.149N | 8.153E | 5.0* | 2.4 | 0.12s | 22/12 | 92 |
| 100407 | 13:46:21.40 | 49.140N | 8.160E | 5.0* | 1.7 | 0.17s | 16/ 8 | 73 |
| 100407 | 9: 4: 4.70 | 49.140N | 8.160E | 5.0* | 1.6 | 0.14s | 18/ 8 | 97 |



BI … Starnberger See e.V.
Der Gänsefuß