Brief von J. Steigenberger & unsere Stellungnahme
Die Bürgerinitiative „Für umweltverträgliche und nachhaltige Nutzung alternativer Energiequellen“ (BIF UN2AE) hat in einem Brief vom 26.Dezember 2009 auf unsere Bedenken bezüglich des bei Bernried geplanten Kraftwerks hingewiesen.
Dieser Brief war an die Landratsämter Weilheim-Schongau und Starnberg sowie zur Information an die Gemeinden Bernried, Tutzing und Wielenbach gerichtet.
Herr Josef Steigenberger hat daraufhin das im Folgenden aufgeführte Schreiben an die betreffenden Landratsämter und die Gemeinden gesandt.
Kurz zuvor wurde ein Brief vom 20. Januar 2010, der auch an die „Bürgerinnen und Bürger der Nachbargemeinden“ gerichtet war, nur an die Bernrieder Haushalte verteilt.
Unsere Bürgerinitiative (BI) hat diese beiden Schreiben von der Gemeinde Bernried offiziell nicht erhalten, jedoch haben aufmerksame Bernrieder Mitglieder unserer BI die Schreiben freundlicherweise an den Arbeitkreis der BI weitergeleitet.
Der Brief von Herrn Josef Steigenberger ist eine persönliche Kommentierung unseres Schreibens jedoch keine Richtigstellung. Auch wir plädieren für eine „sachliche, faktenorientierte Diskussion“.
Leider enthält das Schreiben von Herrn Josef Steigenberger kaum Daten oder Fakten und bezieht sich zum größten Teil auf allgemeine mündliche Aussagen ohne Beleg.
Wir halten diese politische Rhetorik für nicht geeignet um in einen Dialog mit den Bürgern zu treten. Daher möchten wir unsererseits zu den Kommentierungen von Herrn Josef Steigenberger Stellung nehmen.
Unsere BI hat sich stets bemüht, Aussagen grundsätzlich mit Quellen und Dokumenten zu belegen, was wir auch in der folgenden Kommentierung getan haben.
Wir haben in den vergangenen Monaten viel Arbeit investiert um übersichtliche Dokumente mit belegten Informationen zur tiefen Geothermie zusammenzustellen, die über die Werbeaussagen der Interessensverbände hinausgehen.
Wir hoffen, dass Sie mit den beigefügten Informationen unsere Bedenken neu bewerten und bitten Sie nochmals für dieses überdimensionierte Kraftwerk, basierend auf experimenteller Technologie, eine Bauleitplanung durchführen zu lassen.
Mit freundlichen Grüssen,
i.A. der Bürgerinitiative für umweltverträgliche und nachhaltige Nutzung alternativer Energiequellen (BIF UN2AE), Dr. Luisa F. Jiménez Soto
Unsere Antwort auf den Brief von Josef Steigenberger (PDF 11 Seiten)
Hier geht es zum Brief / Brief lesen >
Der Brief wurde versandt an:Landrat Herr Dr. Friedrich Zeller Herr Franz Feigl, Leiter der Dienststelle Schongau Leitung der Abteilung 4 Herr Horst Nadler, Technik Kreisbaumeister Herr Günther Messerschmid, Verwaltung Bauleitplanung u. Baurechtsverfahren Herr Karl Roth Landrat Herr Dr. Gaß 4V GL Geschäftsbereich 4: Bauen – Verwaltung und Technik; Umweltschutz Geschäftsbereichsleiter Verwaltung Herr Dr.-Ing. Christian Kühnel 4T GL Geschäftsbereich 4 Bauen – Verwaltung und Technik; Umweltschutz Geschäftsbereichsleiter Technik
Geothermie-Kraftwerk eine Gefahr für den Starnberger See?
Der Geschäftsführer der BE Geothermal GmbH mit Sitz in Bernried, Dorfstraße 16, hat am 04.02.2010 als Standort für das geplante Geothermie-Kraftwerk ein rund 1,2 Hektar großes Grundstück an der Bahnlinie Tutzing genannt.
Dieses Grundstück liegt direkt an einem der wichtigsten Zuflüsse des Starnberger Sees, am westlich von Tutzing gelegenen Rötlbach, der im nahe gelegenen Naturschutzgebiet Karpfenwinkel in den See mündet.
Der Rötlbach (südlich von Tutzing, in den Karpfenwinkel mündend) ist der bedeutendste Zufluss am Westufer des Starnberger Sees.
(Siehe auch Verbundsystem Gewässer im gesamten Bereich des Rötlbachs)
Durch die Lage des geplanten Bohrplatzes besteht die große Gefahr, dass das während der Tiefenbohrung anfallende chemisch stark verunreinigte Bohrwasser und Bohrklein, durch nicht sachgerecht ausgeführte bauliche Maßnahmen, den sensiblen Wasserhaushalt des Starnberger Sees erheblich in Mitleidenschaft zieht.
Da sich das Wasser des Starnberger Sees, wegen der wenigen Zuflüsse, nur rund alle 21 Jahre vollständig austauscht, wäre eine Verunreinigung eine Katastrophe für die angrenzenden Gemeinden der Landkreise (Starnberg, Weilheim-Schongau und Bad Tölz-Wolfratshausen).
Auch international ist der Starnberger See von so großer Bedeutung, dass er seit 1976 zu den durch die Ramsar-Konvention (Völkerrechtlicher Vertrag der UNESCO über Feuchtgebiete, insbesondere als Lebensraum für Wasser- und Wattvögel) geschützten Feuchtgebieten zählt.
Auf Grund der immensen Bedeutung des Starnberger Sees, ist der Bau des Kraftwerks als privilegiertes Bauvorhaben, wie es die Gemeinde Bernried, und da allen voran Bürgermeister Steigenberger plant, unverständlich um nicht zu sagen fahrlässig.
Ein öffentliches Bauleitverfahren, das es allen Betroffenen ermöglicht sich von der fachgerechten und der den besonderen Sicherheitsaspekten angepassten Bauplanung zu überzeugen, bzw. Einfluss zu nehmen, ist zum Schutz des Starnberger Sees unumgänglich.
E.Jech/10.2.2010
Rötlbach mit Zuflüssen

Rötlbach mit Zuflüssen
siehe auch Regional / Schutzgebiete
http://www.alternative-energiequellen.info/alternative_db/wordpress/?page_id=1411

Geothermie-Gegner formieren sich
Beginn einer Sammlung
von Bürgerprotesten, Bürgerinitiativen, Interessengemeinschaften
und umsichtigen, verantwortungsvollen Gemeinde-Vertretungen,
die die Risiken der Geothermie nicht vorbehaltlos tragen wollen.
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Haßloch
Mi., den 30. Jun. 2010 um 15:23 Uhr
Am vergangenen Mittwoch hat sich die Bürgerinitiative Geothermie im Naturfreundehaus gegründet, um sich für die Hasslocher Bürger einzusetzen und entsprechende Aufklärung über die Geothermie zu betreiben.
Laufzorn (Oberhaching / Grünwald) München
Bürgerinitiative - Interessengemeinschaft
geothermie-laufzorn
Brühl
Stellungnahme der FW zur Geothermie in Brühl
Man hat uns von der Verwaltung, sprich Bürgermeister, im Eilverfahren eine Bauvoranfrage vorgelegt, die – meiner Erinnerung nach – damals im Gemeinderat einstimmig ihre Zustimmung fand. Allerdings wusste zu diesem Zeitpunkt kein Ratsmitglied, wie solch ein Geothermie-Werk aussieht, bzw. was da in die Landschaft gestellt werden soll – von der Lautstärke ganz zu schweigen.
Die Besichtungsfahrt nach Landau, fünf Wochen nach der Bauvoranfrage, hat mich und meine Fraktion gewaltig beeindruckt. Leider negativ.
Wenn jetzt noch das erwiesenermaßen viel größere Risiko von Erdstößen bzw. Erdbeben, die durch die Tiefenbohrungen entstehen können, hinzukommt, sollten wir im Gemeinderat umdenken und keine Bohrtürme aufstellen lassen.
Freie Wähler / Brühl – Rohrhof e.V.
Bürgerinitiative gegründet: www.geothermie-bruehl.info
Am Rimsinger Ei – Grosse Vorbehalte gegen Geothermie-Kraftwerk
Oberrimsingen, Breisach - Ortschaftsrat legt einen Forderungskatalog vor
Der Ortschaftsrat betonte, dass die Zustimmung “vorerst keine weiteren Zugeständnisse auf mögliche Bohrungen oder den Bau von Anlagen jeglicher Art” bedeute.
Außerdem wurde ein Forderungskatalog erstellt, für den Fall, dass das Untersuchungsergebnis eine geothermische Nutzung empfehlen sollte.
Gefordert werden beispielsweise eine unabhängige Risikoanalyse, die Darstellung von Umwelteinflüssen und die Klärung, wer bei Schäden haftet.
18. Januar 2010
Badische Zeitung
Bürgerinitiative gegründet: BGST Breisach
Kraftwerk Steinweiler könnte scheitern - (siehe auch “Der Gänsefuss“)
Konzessionsträger ist dort die Firma Evonik
Nach den Beben in Landau sieht es jedoch momentan danach aus, dass der Gemeinderat einen entsprechenden Bebauungsplan ablehnen wird.
In einem Kommentar hat die Rheinpfalz das Ergebnis kritisiert, aber auch darauf hingewiesen. dass sich in Landau zurzeit eine andere Firma, deren Versicherung und beauftragte Gutachter uneinsichtig und wenig kulant zeigen, obwohl es für sie um vergleichsweise geringe Summen geht. Das bleibt bei den Bürgern hängen.
13.Januar 2010
duttweiler.de/d100113a
Leserbrief zum Kraftwerk in Steinweiler
“… Evonik hat uns nichts außer Risiken geboten, im Gegenteil, man hat den Eindruck gewinnen können, dass wir dankbar sein müssen, dass Evonik uns ein Geothermiekraftwerk „schenken” will. Selbstverständlich ganz ohne Eigennutz. Aber wir leben nicht mehr in der Antike, wir fallen nicht auf jedes hölzerne Pferd herein!” duttweiler.de/d100119
Ein weiterer Leserbrief:
“…Höchste Erträge privatisiert auf der einen Seite und Risiken einseitig verlagert auf die Bürger, da muss man sich höflich bedanken und die Karawane bitten, schnellstens weiterzuziehen.”
duttweiler.de/d100120
Gründung der Bürgerinitiative Geothermie Steinweiler (BIGS) am 4. Februar 2010
Auch in Schaidt Bürgerinitiative gegründet (Landkreis Germersheim)
Geo Energy aus Karlsruhe will im Gewerbegebiet Schaidt ein Geothermiekraftwerk bauen
Sorgen bereitet den Schaidtern die Gefahr von Erdbeben und der erwartete Lärm bei Bau und Betrieb des Kraftwerks. Beraten wird die Initiative von Rechtsanwalt Roger Roth, der in Landau in Hörweite des Kraftwerks wohnt. Roth sprach von „brutal viel Geld”, um das es bei der Geothermie gehe. Nur die beteiligten Unternehmen würden profitieren, nicht die Gemeinden und Bürger.
13.Januar 2010
duttweiler.de/d100115
Website der Scheidter Bügerinitiative – schaidt-bewegt
Duttweiler erhebt Einspruch
Die Bürgerinitiative befürchtet eine dauerhafte Lärmbelastung durch das Brummen eines Erdwärme-Kraftwerks und fordert, auch Alternativ-Standorte zu prüfen.
11. Januar 2010
duttweiler.de/d100111a.
14. Januar 2010
Verbandsbürgermeister hatte leider keine Zeit, um die Bürgerinitiative Geothermie aus Duttweiler zu empfangen. Eine Abordnung von 19 Bürgern, darunter Ortsvorsteher Gerhard Syring-Lingenfelder, hat ihre 380 Einsprüche gegen die Änderung des Flächennutzungsplans dann beim zuständigen stellvertretenden Leiters des Bauamts abgegeben.
Gleichzeitig hat die Bürgerinitiative in Briefen an die Landesregierung, Saatskanzlei und Abgeordnete noch einmal um Unterstützung für ihr Anliegen gebeten.
duttweiler.de/d100114
Bernried – Starnberger See – Bürgerinitiative erhebt Einspruch
…nachdem diese Art der Energieversorgung immer stärker vorangetrieben wird, obwohl die zum Teil erheblichen Unklarheiten noch immer nicht ausgeräumt sind, wünschen wir eine Überprüfung des Vorhabens in angemessener Art.
26. Dezember 2009
alternative-energiequellen.info
Verein Bürgerinitiative Schutz Westufer Starnberger See
zum Verein
Bienwald – Geothermiekraftwerk gestoppt wegen Naturschutzgebiet
In einem Artikel berichtet die Rheinpfalz über Pläne der Fa. Geoenergy, auch im Bienwald Geothermiekraftwerke zu errichten. Da es sich in diesem Bereich um ein Naturschutzgebiet handelt, hat Landrat Fritz Brechtel diesen Plänen eine klare Absage erteilt.
Laut EU Richtlinien nicht möglich!
30. November 2009
Landau - Erdbebengeschädigte unzufrieden
Interessengemeinschaft gegründet – Forderung nach einer Umkehr der Beweislast
14. November 2009
Die Rheinpfalz berichtete
Nachricht an BIf UNAE aus Landau:
“Wir und unsere Nachbarn in der Werner-Heisenberg-Str. sind durch die Erdbeben der Geothermie geschädigt. Insgesamt sind ca. 50 Schadensmeldungen eingegangen. Am 14.11.09 war ein Bericht über uns in der Rheinpfalz. Wir kämpfen mit geo x und deren Versicherung.”
Bürgerinitiative – IG Landau
zur Seite
Windach – Ammersee
Geothermie-Anlagen, die nur die Stromgewinnung im Auge haben, profitieren offensichtlich von einem Geburtsfehler des EEG
Unter nachhaltiger Nutzung der Geothermie versteht der Bund Naturschutz, wie oben ausgeführt, etwas ganz anderes.
18. Mai 2009
Stellungnahme vom Bund Naturschutz Bayern e.V.
Lustadt – Geothermiekraftwerk auf Eis
Auch in Lustadt soll ein Geothermiekraftwerk gebaut werden. Die HotRock Erdwärmekraftwerke GmbH, Karlsruhe, will in Lustadt eine Geothermieanlage zur Stromerzeugung bauen. Bereits am 2. September hatte der Verbandsgemeinderat entschieden, sein Einvernehmen nicht zu erteilen, solange die Ursachen des Erdbebens in Landau nicht geklärt sind. Da keine neuen Erkenntnisse vorliegen, wird diese Entscheidung aufrecht erhalten.
Bohrung wird vorerst nicht zugelassen
Dierbach stoppt Geothermie-Kraftwerk
Aufgrund des neuerlichen Erdbebens in Landau, das dem Betrieb des Geothermie-Kraftwerks zugeschrieben wird, legt Dierbach die Pläne für ein eigenes Kraftwerk vorläufig auf Eis.
Wenn die Risiken zu groß sind, verzichten wir”, sagte Ortsbürgermeister Heinz Stadler.
Beben auch in Dierbach und damit Schäden an den Häusern, eine Wertminderung der Immobilien durch den Bau des Kraftwerks, das schnelle Geld für die „Goldgräber-Firma” und wenig Nutzen für Dierbach und mangelnde Bürgerbeteiligung an der Entscheidung – das waren die Kritikpunkte.
„Für mich ist es mittlerweile eine Bedrohung wie ein Atomkraftwerk”, befand eine Bürgerin.
17. September 2009
duttweiler.de/d090917a
Am 4. Januar 2010 berichtete Die Rheinpfalz von dem Projekt “Unser Dorf hat Zukunft” (Den Bernriedern wird das bekannt vorkommen)
und davon, dass Dierbach sich finanzielle Mittel beschaffen müsse. Eines dieser Mittel sei das geplante Geothermie-Kraftwerk. Das Geothermie-Kraftwerk – über dessen finanzielle Vorteile für die Gemeinde bisher nichts verlautbar wurde – (Auch das erinnert an Bernried) ruht seit den Ereignissen in Landau.
Streithema in Unterschleissheim Geothermie – ein finanzielles Desaster?
83 Fragen, CSU-Stadtrat Friedrich Kiener hatte gezählt, haben die Freien Bürger zusammengestellt. Genug, so die Ansicht der CSU-Fraktion, um das Ansehen des Geothermie-Projektes im Allgemeinen und der Aktiengesellschaft im Speziellen nachhaltig zu beschädigen.
2. November 2009
myheimat.de/unterschleissheim/geothermie
Eine Stellungnahme zum Geothermie-Projekt vom 5.12.2008
myheimat.de/unterschleissheim/politik/stellungnahme
Schorndorf - Bürger und Stadt erwarten ein klares Signal
In Schondorf senkt sich die Oberfläche nach einer Geothermie-Bohrung. Es gibt große Schäden an einer Schule, die aufgrund der immer größer werdenden Risse vor der Schließung steht, wenn die Sanierungsmaßnahmen des Landratsamts nicht erfolgreich verlaufen. Und auch Privatgebäude sind in größerem Ausmaß betroffen.
Bitte prüfen Sie unsere Anregungen in der Landesregierung. Bürger, Gemeinderat und Verwaltung der Stadt Schorndorf erwarten ein klares Signal, dass in Zukunft die Sicherheit absoluten Vorrang bei der Genehmigung von Geothermie-Bohrungen hat und dass das Land alles veranlasst, um weitere Schäden in unserer Stadt zu vermeiden.
http://www.schorndorf.de
Staufen
Seit Ende 2007 hebt sich nach Geothermiebohrungen die historische Altstadt im Schnitt um einen Zentimeter pro Monat an, an einigen Stellen bisher insgesamt 16 Zentimeter – und der Quellvorgang hält linear an.
Schäden bisher 227 private Häuser, 7 städt. Gebäude (Das Rathaus muss jetzt zum Teil abgerissen werden) .
Hier hilft nur noch die Bürgerinitiative: “Wir halten Staufen zusammen”
Spenden:
wir-halten-staufen-zusammen
Offener Brief zur Klärung der Sachverhalte
Haunshofen, 26. Dezember 2009
Sehr geehrter Landrat Herr Zeller,
sehr geehrter Landrat Herr Roth,
sehr geehrte Damen und Herren,
nachdem, für uns völlig überraschend, ein Geothermiekraftwerk in unmittelbarer Nachbarschaft der Ortschaften Kampberg, Unterzeismering (beide Gde. Tutzing), Haunshofen (Gde. Wielenbach), Bernried und weiteren, geplant ist, möchten wir auf unsere Bedenken gegen die geplante Art, Größe, Ausführung und den damit verbundenen Immissionen des Kraftwerkes hinweisen.
Zusammen mit vielen unserer Nachbarn haben wir deshalb im Oktober 2009 die Bürgerinitiative „Für umweltverträgliche und nachhaltige Nutzung alternativer Energiequellen“ (derzeit bereits über 250 Mitglieder) gegründet. Der unmittelbare Anstoß für die Gründung dieser Bürgerinitiative ist die Planung des Privatunternehmens BE Geothermal GmbH, das bislang größte Geothermiekraftwerk Mitteleuropas (!) in einem unerschlossenen und unberührten Waldgebiet in der Gegend zwischen Bernried, Tutzing und Haunshofen zu bauen und zu betreiben.
Als unmittelbar Betroffene von bereits durch den Betreiber zugestandenen Beeinträchtigungen durch Lärm, Wärmefluss, Schwadenbildung und lokale Temperaturveränderung durch Abwärme, selbstverständlich auch über Gemeinde- und Landkreisgrenzen hinweg, sind wir mit der bisherigen Vorgehensweise der zuständigen Gemeinde Bernried nicht einverstanden.
- Der Betrieb des Kraftwerks geht mit ständiger und erheblicher Lärmabstrahlung und Schwadenbildung in die Umgebung einher. Nach Aussage des zukünftigen Betreibers werden zwar die gesetzlichen Vorgaben eingehalten, fraglich ist jedoch, welche gemeint sind. Die angrenzende Wohnbebauung (Kampberg) liegt nach unseren Kenntnissen rund 500 m entfernt. Selbst wenn an den Randbereichen der Bebauung die Vorgaben eingehalten werden, ist offen, ob überhaupt Lärmschutzmaßnahmen in unmittelbarer Nähe des Kraftwerkes vorgesehen sind.
- Die Tiefengeothermie ist natürlich nicht frei von Risiken. Die Stromerzeugung aus Tiefengeothermie ist nur mit sehr hohen Temperaturen möglich, folglich sind sehr tiefe Bohrungen (über 3500 m Tiefe) notwendig. Die damit verbundenen unkalkulierbaren geologischen Risiken sind evident (Kraftwerk in Landau/Pfalz, Basel, Unterhaching…). Warnungen wurden nicht hinreichend beachtet, bis erste Erdbeben und Schäden aufgetreten sind. Aktuell untersucht eine Kommission die Erdstösse am Kraftwerk in Landau in der Pfalz.
- Die im Zuge der Bohrung notwendige Infrastruktur ist offensichtlich völlig ungeklärt. Der für das schwere Gerät erforderliche Straßenbau über Weideland und durch Waldflächen ist wohl nur vollumfänglich und mit tiefen Einschnitten in die vorhandene Landschaft möglich.
- Das während der Tiefenbohrung anfallende chemisch stark verunreinigte Bohrwasser und Bohrklein müssen gesondert aufgefangen und abtransportiert werden. Die dafür vorzunehmenden erheblichen baulichen Maßnahmen (Auffangbecken, Baustellenzuwegung- und Einrichtung) in dem vorgesehenen Waldgebiet wurden noch nicht einmal im Ansatz erläutert und sind offenbar ungelöst. Dies gilt insbesondere für den sensiblen Wasserhaushalt in unmittelbarer Nähe zum Starnberger See.
- Zur Versorgung der Klinik Höhenried (Gemeinde Bernried) ist, im Vergleich zu anderen Standorten (Pullach, Unterhaching usw.) ein sehr langer Leitungsverlauf notwendig. Gleiches gilt für die Förderung des Wassers zur Reinjektionsbohrung, die rund 2000 m entfernt angeordnet werden muss. Wie und in welcher Form soll die Leitungsführung erfolgen?
Sehr geehrter Herr Zeller, sehr geehrter Herr Roth,
nachdem diese Art der Energieversorgung immer stärker vorangetrieben wird, obwohl die zum Teil erheblichen Unklarheiten noch immer nicht ausgeräumt sind, wünschen wir eine Überprüfung des Vorhabens in angemessener Art.
Für uns als Bürger und unmittelbar durch die Baumaßnahme und den Betrieb betroffene Anwohner ist unverständlich, wieso in Bezug auf die Planung und Ausführung nicht nach den üblichen amtlichen und gesetzlichen Vorgaben, wie z.B. in den Nachbarlandkreisen bei den Anlagen Geretsried und Utting, vorgegangen wird. Bisher wurden die dazu erforderlichen Beschlüsse von Seiten der Gemeinden noch nicht gefasst.
Wir sehen hier die öffentlichen und nachbarrechtlichen Belange schon allein aufgrund der zu erwartenden Immissionen, insbesondere der beträchtlichen Lärm- und voraussichtlichen Schwadenbildung, sehr wohl betroffen und infolgedessen einen erheblichen Planungsbedarf. Schon allein aufgrund der Größe und den bevorstehenden Auswirkungen auf Mensch, Natur und Umwelt ist es mehr als angemessen, hier ein transparentes und öffentliches Verfahren durchzuführen. Folglich sollten die einzelnen Sachverhalte qualifiziert und fundiert abgewogen werden.
Wir leben hier in einer bevorzugten Gegend von Deutschland mit einer sehr hohen Qualität an Natur- und Freizeitangeboten. Nicht wenige verdienen damit auch ihren Lebensunterhalt.
Es sollte in unser aller Interesse sein, diesen Zustand langfristig und nachhaltig zu erhalten.
Wir bedanken uns herzlich bei Ihnen und hoffen sehr, dass Sie sich die Zeit nehmen, diesen Sachverhalt angemessen zu prüfen.
Mit freundlichen Grüssen,
Dipl.Verw.Wirt Wolfgang Wirsching Dr. Luisa F. Jiménez-Soto Dipl.Ing.(FH) Andreas Nützel
Gde. Tutzing O.T. Kampberg Gde. Wielenbach O.T. Haunshofen Gde. Bernried
Im Auftrag der “Bürgerinitiative für umweltverträglich und nachhaltige Nutzung alternativer Energiequellen“
Anhang:
Geplante bzw. mögliche Bohrstandorte (Kraftwerks- und Reinjektions-Standorte)
Abschrift:
Herr Feigl Leiter Bau- und Umweltschutzabteilung Landratsamt Weilheim Schongau
Herr Nadler Kreisbaumeister Landratsamt Weilheim Schongau
Herr Dr. Gaß Jurist Landratsamt Starnberg
Herr Dr. Kühnel Kreisbaumeister Landratsamt Starnberg
Herr Steigenberger Erster Bürgermeister Gemeinde Bernried
Gemeinderäte Bernried
Herr Dr. Wanner Erster Bürgermeister Gemeinde Tutzing
Gemeinderäte Tutzing
Herr Steigenberger Erster Bürgermeister Gemeinde Wielenbach
Gemeinderäte Wielenbach
Mehr Informationen zur Planung des Kraftwerks Bernried auch unter “Bernried”
Bernried – lesen

BI … Starnberger See e.V.
Der Gänsefuß