Lärm-Messung / Miniaturmodell des Bernrieder Kraftwerks in Landau
Am 28.Januar besuchten Vertreter der Bürgerinitative für umweltfreundliche und nachhaltige Nutzung alternativer Energiequellen das Geothermiekraftwerk in Landau i.d.Pfalz. (Mit vor Ort waren auch Vertreter der BI Schaidt und der BI Duttweiler)
Das Kraftwerk Landau ist das einzige in Deutschland in Betrieb befindliche Geothermiekraftwerk mit einer vergleichbaren Lüfterkühlung.
Durch die Stromerzeugung mittels einer ORC Anlage und der Verwendung einer Lüfterkühlung eignet sich diese Anlage gut für einen Vergleich mit dem bei Bernried geplanten Kraftwerk.
Der wesentlichste Unterschied zwischen dem Landauer und dem Bernrieder Kraftwerk ist die Größe der Anlagen. Hier ein Vergleich:
| Kraftwerk Landau | Kraftwerk Bernried | |
| System: | Hydrothermal | Hydrothermal |
| Stromerzeugung: | ORC Prozess | ORC Prozess |
| Kühlungsart: | Luftkühlung mit 15 Gebläsen | Luftkühlung mit 66 Gebläsen |
| Thermalwasser Fördermenge: | 50-70 l/s | ca. 250 l/s |
| Thermalwasser-Temperatur: | 160°C | ca. 150°C |
| Anzahl Bohrungen: | 2 | 4 |
| Bohrtiefe: | ca. 3000m | Bohrtiefe: 4000 – 5000m |
| elektrische Leistung: | 3 MW | 10 MW |
| Wärmeleistung: | 3-6 MW | 14 MW |
| Betreiber/Verantwortlich: | Geo-x GmbH | BE-Geothermal GmbH |
Anlagen vergleichbarer Größe, wie bei Bernried geplant, existieren in Deutschland noch nicht.
Mit geeichten Schallmeßgeräten haben die beiden Vertreter unserer Bürgerinitiative die Lärmemissionen am lüftgekühlten Geothermiekraftwerk Landau vorgenommen. Trotz der kalten Witterung, des abgesenkten Kraftwerksbetriebs und der schallschluckenden Schneedecke wurden in ca. 60m Entfernung 70dB(A) gemessen. Auf das Bernrieder Kraftwerk umgerechnet (über 4-mal so viele Gebläse) würden sich in dieser Entfernung 76dB(A) ergeben, was einer Verdopplung des Schalldrucks entspricht. Am Emissionsort (10m) ergibt sich damit, eine Lärmbelastung von ca. 90dB(A).
Das Kraftwerk Landau sollte unter Volllast bis zu 3MW elektrischen Strom erzeugen und würde dann wahrscheinlich noch mehr Schall emittieren. Am Tag der Messung erlaubten die behördlichen Auflagen nach den Erdbeben unter dem Kraftwerk jedoch nur max. 45 bar Pumpenkopfdruck.
Das Kraftwerk in Bernried soll nach den letzten Angaben bis zu 10,5 MW elektrischen Strom erzeugen und statt mit nur mit 15 Lüftern wie Landau mit 66 Lüftergebläsen betrieben werden.
Gut vergleichbar ist der Ton, den das Kraftwerks aussendet, mit einem Verkehrsflugzeug auf dem Rollweg. Und zwar als Dauerton, der dann ohne jede Unterbrechung ständig zu hören ist.
Die folgende Filmaufnahme vom Tag der Messungen vermittelt einen Eindruck von den Lärmemissionen.
Organic Rankine Cycle ProzessLandau – Lärmmessung am Kraftwerk 28.1.10
Landauer Schwaden
Das Kraftwerk Landau im nördlichen Oberrheingraben läuft bis Ende März 2010 im vorsichtigen Probebetrieb, das heißt mit einer elektrischen Leistung von 2,2 MW und einem Kopfdruck von 45 bar.
Mehrere Beben führten im letzten Jahr zur Abschaltung des Kraftwerks. Seit November 09 läuft es im vorsichtigen Probebetrieb.
(Das Landauer Kraftwerk läuft mit einer Lüfterkühlung, wie in Bernried geplant.)

Landau - Geothermie-Kraftwerk am 4. Februar 2010
Vergleich Kraftwerk Landau – Kraftwerks-Planung Bernried
Kraftwerk Landau
System: Hydrothermal
Kühlungsart: Luftkühlung mit 15 Kühlgebläsen
Thermalwasser Fördermenge: 50-70 l/s
Thermalwasser-Temperatur: 160°C
Anzahl Bohrungen: 2 (1 Förder-, 1 Reinjektionsbohrung)
Bohrtiefe: ca. 3000m
elektrische Leistung: 3 MW
Wärmeleistung: 3-6 MW
Inbetriebnahme: 21. November 2007
Betreiber: Geo-x GmbH
Kraftwerk Bernried
(Planungswerte der BE Geothermal GmbH))
System: Hydrothermal
Kühlungsart: Luftkühlung mit 66 Kühlgebläsen
Thermalwasser Fördermenge: ca. 250 l/s
Thermalwasser-Temperatur: ca. 150°C
Anzahl Bohrungen: 4 (2 Förder-, 2 Reinjektionsbohrung)
Bohrtiefe: 4000 – 5000m
elektrische Leistung: 10 MW
Wärmeleistung: 14 MW
Inbetriebnahme: 2012 (geplant)
Bauverantwortlich: BE-Geothermal GmbH
Weitere Informationen zur Schwadenbildung, Lärmemissionen und Schäden durch Beben sind in Bearbeitung.
Große Vorbehalte gegen geplante Geothermieanlage am Rimsinger Ei
BREISACH-OBERRIMSINGEN.
Unter Bedingungen hat der Oberrimsinger Ortschaftsrat in seiner jüngsten Sitzung dem Antrag der Badenova für eine geophysikalische Erkundung am Rimsinger Ei als Voruntersuchung für eine geplante Anlage zur geothermischen Stromerzeugung zugestimmt.
Dabei wurde festgehalten, dass diese Zustimmung keine weiteren Zugeständnisse auf mögliche Bohrungen oder den Bau von Anlagen bedeute. In der gut besuchten Sitzung in der Tuniberghalle trugen auch die Bürger viele Bedenken gegen eine Geothermieanlage vor.
Auch wurden Befürchtungen laut, dass Erdstöße die Sicherheit des AKW Fessenheim gefährden könnten.
Unzufrieden waren die Bürger mit den Auskünften zu Haftungsfragen. Bei einem Bau der Anlage wird es durch die mehrere Monate andauernden Bohrungen, die 24 Stunden am Tag erfolgen sollen, zu Lärmemissionen kommen. Ein weiterer Punkt auf der Liste der zahlreichen Bedenken war das Kraftwerk selbst.
Bisher gebe es keine Abnehmer für die entstehende Abwärme *
www.badische-zeitung – lesen
* Hinweis admin:
Die Wärmeauskopplung bei der geothermischen Stromerzeugung geschieht unabhängig vom Stromerzeugungsprozess in einem parallelen Prozess.
Dadurch, dass die Abwärme aus dem Stromerzeugungsprozess nicht wie bei einem Verbrennungskraftwerk genutzt werden kann, ergibt sich der Wirkungsgrad aus der verhältnismäßigen Aufteilung der Thermalwassermenge auf Stromerzeugung und Wärmenutzung.
siehe dazu:
Grundlagen der Stromerzeugung aus hydrothermaler Geothermie
Kraftwerkstechnik und Effizienz

Geothermie-Kraftwerk mit Kraft-Wärme-Kopplung


BI … Starnberger See e.V.
Der Gänsefuß