zur Schadenersatzpflicht
Nach zwei kleinen Beben bei Insheim am Mittwoch ist Professor Hans Peter Ehses, Direktor des Landesamtes für Geologie und Bergbau, sich sicher: „Geothermie löst seismische Ereignisse aus.” Denn in Insheim sei an diesem Tag Wasser ins Bohrloch gepresst worden.
Unterschiedliche Auffassungen zur Schadenersatzpflicht
…es scheint offen, ob die so genannte „Bergschadensvermutung” für geothermische Anlagen überhaupt gilt. Denn im Standardkommentar zum Bergrecht wird dies sogar verneint, so der Hinweis von Werner Forkel von der Bürgerinitiative Geothermie Steinweiler. …
Konflikt um die Geothermie nur politisch lösbar
In einem Kommentar geht die Rheinpfalz noch einmal auf diese ungeklärten Fragen ein:
Der Konflikt um die Geothermie ist nur politisch lösbar. Im Vorfeld wurden die Schwierigkeiten offenbar weit unterschätzt.
Mag ja sein, dass man hinterher immer klüger ist. Aber man darf sich schon wundern, wie viele Fragen in Sachen „ Geothermie” noch offen sind. Zugegeben: Man kann nicht unbedingt wissen, was unter der Erde passiert. Aber dass mit der Geothermie auch rechtlich Neuland betreten wird, weil keiner sicher weiß, ob für sie die so genannte „Bergschadensvermutung” gilt: Das hätte einer der vielen Juristen in der Politik ja mal merken können. Hat aber keiner, und so haben wir den Salat:
Unternehmen, die mit ihrem Geld irgendwann am Ende sind, treffen auf Bürger, die mit ihren Nerven irgendwann mal am Ende sind.
Da hilft nur eine politische Lösung: Mittelfristig muss das Bergrecht so geändert werden, dass die Bergschadensvermutung auch für die Geothermie gilt, kurzfristig muss sichergestellt werden, dass Schäden ohne lange Prozesse beglichen werden.
Denn man muss sich nur die Beben vom Mittwoch anschauen: Ihr Epizentrum lag von Insheim genauso weit entfernt wie von Steinweiler. Wenn nun schon in beiden Orten geothermische Anlagen arbeiten würden – wer würde dann für Schäden aufkommen? Solche Fragen müssen geklärt werden. Aber nicht erst in Prozessen, die die betroffenen Bürger belasten, sondern vorher. Dafür ist die Politik da: Um Schaden abzuwenden und den Nutzen zu mehren.
lesen im Duttweiler
Lobby-Interessen gefährden Wasserqualität
München – Die Vertreter der 2000 bayerischen Kommunen und die Opposition üben heftige Kritik am Gesetzentwurf der Regierung zur Wasserqualität.
Der Entwurf der Staatsregierung sieht vor, Ausgleichsansprüche in Wasserschutzgebieten auszuweiten. Die Folge sind laut Ludwig Wörner (SPD) erhebliche Mehrkosten für die Versorger. Wenn bislang jemand im Wasserschutzgebiet beispielsweise eine Güllegrube bauen wolle, müsse er die aufwendigen Schutzmaßnahmen selbst bezahlen.
Künftig stünden die Wasserversorger in der Pflicht, die Kosten würden auf die Verbraucher umgelegt.
„Es geht uns darum, dass in Bayern nicht weiterhin durch die Ausweisung von Schutzgebieten erhebliche wirtschaftliche Schäden angerichtet werden“,
sagte von Freyberg. In solchen Gebieten sei die wirtschaftliche Nutzung des Landes mit erheblichen Mehrkosten verbunden. Der Freiherr weist jedoch von sich, besonders auf die FDP eingewirkt zu haben.
merkur-lobby-interessen-gefaehrden-wasserqualitaet
Landauer Schwaden
Das Kraftwerk Landau im nördlichen Oberrheingraben läuft bis Ende März 2010 im vorsichtigen Probebetrieb, das heißt mit einer elektrischen Leistung von 2,2 MW und einem Kopfdruck von 45 bar.
Mehrere Beben führten im letzten Jahr zur Abschaltung des Kraftwerks. Seit November 09 läuft es im vorsichtigen Probebetrieb.
(Das Landauer Kraftwerk läuft mit einer Lüfterkühlung, wie in Bernried geplant.)

Landau - Geothermie-Kraftwerk am 4. Februar 2010
Vergleich Kraftwerk Landau – Kraftwerks-Planung Bernried
Kraftwerk Landau
System: Hydrothermal
Kühlungsart: Luftkühlung mit 15 Kühlgebläsen
Thermalwasser Fördermenge: 50-70 l/s
Thermalwasser-Temperatur: 160°C
Anzahl Bohrungen: 2 (1 Förder-, 1 Reinjektionsbohrung)
Bohrtiefe: ca. 3000m
elektrische Leistung: 3 MW
Wärmeleistung: 3-6 MW
Inbetriebnahme: 21. November 2007
Betreiber: Geo-x GmbH
Kraftwerk Bernried
(Planungswerte der BE Geothermal GmbH))
System: Hydrothermal
Kühlungsart: Luftkühlung mit 66 Kühlgebläsen
Thermalwasser Fördermenge: ca. 250 l/s
Thermalwasser-Temperatur: ca. 150°C
Anzahl Bohrungen: 4 (2 Förder-, 2 Reinjektionsbohrung)
Bohrtiefe: 4000 – 5000m
elektrische Leistung: 10 MW
Wärmeleistung: 14 MW
Inbetriebnahme: 2012 (geplant)
Bauverantwortlich: BE-Geothermal GmbH
Weitere Informationen zur Schwadenbildung, Lärmemissionen und Schäden durch Beben sind in Bearbeitung.
Stadt St. Gallen kommt für Schäden aus tiefer Geothermie auf
Projektleiter Marco Huwiler versicherte der Bevölkerung über TVO unlängst:
Für Menschen, Umwelt und Infrastruktur bestünde keinerlei Gefahr. «Da kann grundsätzlich nichts passieren.»
Vorsichtshalber fügte er an:
«Und sollte doch was passieren, wird die Stadt St. Gallen für Schäden aufkommen.»
150 Millionen-Projekt zwischen Gossau und Herisau, der Stadt St. Gallen und dem Bodenseeufer. 36 Gemeinden in vier Kantonen sind davon betroffen.
lesen – tagblatt.ch
“Bernried haftet unbürokratisch für alle Schäden die Bau und Betrieb des Kraftwerks der BE Geothermal GmbH verursachen.” wäre uns auch eine Schlagzeile wert.
Eine GmbH haftet nämlich mit gerade einmal 25.000,- EUR und wie die Versicherungsunternehmen zahlen, zeigen uns schon die Erfahrungen mit den Schäden in Landau und Basel. (Kamen, Staufen…)
Womit ein Beben ausgelöst wurde, lässt sich schwer nachweisen und das wissen auch die Versicherungen. Die Elementar-Versicherungen der Eigenheimbesitzer lehnen aus den selben Gründen ab. Ob es in Nähe eines Geothermiekraftwerks natürlich gebebt hat, lässt sich nämlich ebenso wenig nachweisen.
Und wie entschädigt man die Natur für verdichtete Waldböden, Beeinträchtigungen der sensiblen Wasserhaushalte am Starnberger See, Zerstörung von Torfmooren und Feuchtgebieten ?
Was bekommen Zweifarb-Fledermaus und Laubfrosch oder die Alpen-Smaragd-Libelle für den Verlust ihres Lebensraums?
Erdbeben Landau
Laut Versicherungs-Gutachter hat das Geothermie-Kraftwerk Landau angeblich in der Umgebung keine “Erd-Stösse” ausgelösst.
Die Betreiberfirma des Kraftwerks bietet Einigen der Erdbebengeschädigten dennoch Entschädigungen bis zu 1.500,- EUR an.
BGR – Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe
August 2009 bis Mai 2010
Stärkste Beben:
am 9. April 2010 um 10 Uhr 52 – Magnitude: 2.9
am 15. August 2009 um 12 Uhr 10 - Magnitude: 3.1
Datum / Uhrzeit (UTC): 2010-05-03 06:52
Geographische Koordinaten: 49.20 N, 8.08 E
Magnitude: 2.2
Region: Landau i.d. Pfalz, NW of Karlsruhe
Datum / Uhrzeit (UTC): 2010-04-09 12:36
Geographische Koordinaten: 49.16 N, 8.12 E
Magnitude: 2.6
Region: Landau i.d. Pfalz, NW of Karlsruhe
Datum / Uhrzeit (UTC): 2010-04-09 10:52
Geographische Koordinaten: 49.17 N, 8.12 E
Magnitude: 2.9
Region: Landau i.d. Pfalz, NW of Karlsruhe
Datum / Uhrzeit (UTC): 2010-04-07 13:46
Geographische Koordinaten: 49.14 N, 8.16 E
Magnitude: 2.4
Region: Landau i.d. Pfalz, NW of Karlsruhe
Datum / Uhrzeit (UTC): 2010-04-07 09:04
Geographische Koordinaten: 49.14 N, 8.16 E
Magnitude: 2.2
Region: Landau i.d. Pfalz, NW of Karlsruhe
Datum / Uhrzeit (UTC): 2010-03-14 11:13
Geographische Koordinaten: 49.20 N, 8.13 E
Magnitude: 2.1
Region: Neustadt a.d. Weinstrasse., N of Landau
Datum / Uhrzeit (UTC): 2009-09-15 18:20
Geographische Koordinaten: 49.19 N, 8.13 E
Magnitude: 2.2
Region: Landau i.d. Pfalz, NW of Karlsruhe
Datum / Uhrzeit (UTC): 2009-09-14 18:46
Geographische Koordinaten: 49.19 N, 8.14 E
Magnitude: 2.3
Region: Landau i.d. Pfalz, NW of Karlsruhe
Datum / Uhrzeit (UTC): 2009-09-14 18:38
Geographische Koordinaten: 49.187 N, 8.103 E
Magnitude: 2.4
Region: Landau i.d. Pfalz, NW of Karlsruhe
Datum / Uhrzeit (UTC): 2009-09-14 20:23
Geographische Koordinaten: 49.19 N, 8.12 E
Magnitude: 2.1
Region: Landau i.d. Pfalz, NW of Karlsruhe
Datum / Uhrzeit (UTC): 2009-09-13 17:47
Geographische Koordinaten: 49.19 N, 8.11 E
Magnitude: 2.1
Region: Landau i.d. Pfalz, NW of Karlsruhe
Datum / Uhrzeit (UTC): 2009-08-15 12:18
Geographische Koordinaten: 49.19 N, 8.15 E
Magnitude: 2.2
Region: Landau i.d. Pfalz, NW of Karlsruhe
Datum / Uhrzeit (UTC): 2009-08-15 12:10
Geographische Koordinaten: 49.19 N, 8.12 E
Magnitude: 3.1
Region: Landau i.d. Pfalz, NW of Karlsruhe
——————————————
April 2009 bis September 2009
Erdbebendienst Freiburg (http://www.lgrb.uni-freiburg.de/):
Landau i.d. Pfalz/Rheinland-Pfalz Q=B Manual mode Seismogramme
DATE TIME-UT LATITUDE LONGITUDE DEPTH ML RMS NL/NM GAP
090915 18:20:19.20 49.190N 8.130E 5.0* 1.7 0.28s 15/ 5 125
Landau i.d. Pfalz/RHeinland-Pfalz Q=B Manual mode Seismogramme
DATE TIME-UT LATITUDE LONGITUDE DEPTH ML RMS NL/NM GAP
090915 7: 1:42.20 49.190N 8.150E 5.0* 1.7 0.31s 13/ 4 126
Landau i.d. Pfalz/Rheinland-Pfalz Q=B Manual mode Seismogramme
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090914 20:23: 0.40 49.190N 8.120E 5.0* 1.6 0.21s 20/ 6 126
Landau i.d. Pfalz/Rheinland-Pfalz Q=B Manual mode Seismogramme
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090914 18:46:47.80 49.190N 8.140E 5.0* 1.5 0.28s 17/ 3 79
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090914 18:38:17.62 49.191N 8.122E 5.0* 2.4 0.31s 41/19 62
Landau i.d. Pfalz/Rheinland-Pfalz Q=A Manual mode Seismogramme
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090913 17:47:20.70 49.190N 8.110E 5.0* 1.7 0.17s 22/12 109
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Landau in der Pfalz/Rheinland-Pfalz Q=A Manual mode Seismogramme
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Landau/Pfalz/Rheinland-Pfalz Q=A Manual mode Seismogramme
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090520 0:47:58.50 49.190N 8.110E 5.0* 1.9 0.26s 33/15 62
Landau/Pfalz/Rheinland-Pfalz Q=A Manual mode Seismogramme
DATE TIME-UT LATITUDE LONGITUDE DEPTH ML RMS NL/NM GAP
090520 0:46: 1.30 49.190N 8.100E 5.0* 1.6 0.19s 20/13 109
Landau/Pfalz/Rheinland-Pfalz Q=A Manual mode Seismogramme
DATE TIME-UT LATITUDE LONGITUDE DEPTH ML RMS NL/NM GAP
090520 0:42:49.40 49.190N 8.110E 5.0* 1.7 0.22s 25/13 109
Landau/Pfalz/Rheinland-Pfalz Q=A Manual mode Seismogramme
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Erd-Stösse haben die Erdstösse-Dienste auch in Insheim, Sauerlach und Unterhaching festgestellt.
Siehe auch:
Menschenverursachte Erdbeben –
ihr Bezug zu Geothermie und mögliche Auswirkungen

BI … Starnberger See e.V.
Der Gänsefuß