“Der schwarze Dienstag”

Protokoll zur Promotion-Veranstaltung der BE-Geothermal GmbH am 22.6.2010 in Bernried

“Ob wir mitmachen oder nicht, das Kraftwerk wird gebaut. Darauf hat Bernried keinen Einfluss.” war das Schlimmste, was der Bernrieder Bürgermeister auf der Veranstaltung der BE-Geothermal in Bernried seinen Bürgern sagen konnte.

Wozu sollte da noch der, erst kürzlich an fast alle Bernrieder, verteilte Fragebogen “Ihre Meinung ist uns wichtig” dienen?

Die Interessenvertreter:

Angereist aus Berlin war der Rechtsanwalt und Vorsitzender des Geothermieverbands Hartmut Gassner, Dr. Schubert von der ERDWERK GmbH, Herr Kötting, Geschäftsführer der IGEU GmbH, Herr Stahl von der BE-Geothermal GmbH, Sowie vom Zweckverband Geowärme Erding Herr Gabauer und Herr Dr. Wassermann, der sich sichtlich unwohl fühlte.
Ein Unterhachinger Bürger, der auch in Werbemitteln seine Zufriedenheit zur Schau stellt, rundete das Bild ab. (Zur Fernwärmekostenberechnung Unterhaching)

Als Moderatorin war Frau Heinzeller vom Bayerischen Fernsehen geladen.

Die BIF UNAE war nur gering vertreten. Zuviele dieser Propaganda-Vorführungen hatten wir schon gehört. So war es um so erfreulicher, wie informiert und aufmerksam sich das Bernrieder Publikum im vollen Saal des Hotel Seeblick präsentierte. Anscheinend ist man in Bernried nicht bereit, dem Bürgermeister und dem Gemeinderat in Lemmingsmanier zu folgen.

Die vorführende “Geothermiekompetenz” suchte mit einer Mischung aus Behauptungen und Wünschen das Publikum zu überzeugen. (Die Schlange Ka aus dem Junglebuch war überzeugender.) Die unübersehbare Arroganz des eigens angereisten Herrn Gassner trug nicht zur Glaubwürdigkeit der Veranstaltung bei. Die Überwindung, die es diesen kostete, einzuräumen, dass die Bohrungen nicht unter das Berggesetz fallen, wurden von der laustarken Aufforderung aus dem Publikum begleitet, doch endlich auf die Frage zu antworten. “Ja.” warf Herr Gassner endlich trotzig ins Mikrofon. “Ja, das ist so.” Schäden, die während der Bohrzeit (pro Bohrung etwa 1/2 Jahr) entstehen, unterliegen nicht der Beweislastumkehr.

Herr Schubert (der auch in Mauerstetten vollkommen trocken geplant hat) beantwortete klar heraus die Frage nach dem Stromverbrauch der Förderpumpe in Unterhaching.
1 MW Strom benötigt die Förder-Pumpe. Wohlgemerkt nur die Förderpumpe verbraucht also bereits 1/3 des erzeugten Stroms. Ansonsten erging er sich in schwammigen Erklärungen. Wie soll man auch etwas belegen, das man sich nur wünscht. Seine Aussage, dass es erst nach 200 Jahren Nutzungsdauer 1. Anzeichen für einen Temperaturrückgang geben werde, rief allgemeines Gelächter hervor.
Und wie und wohin er das reinjektierte Wasser wünschte, blieb völlig unklar.

Wie verteilen sich 22 Millionen Liter am Tag im Untergrund? Und wie ist das mit den Druckunterschieden?
Beben in Unterhaching wurden zugegeben. Weil die Pumpen plötzlich ausfielen, wäre es zu einem Druckunterschied gekommen. Da löst man eben Beben aus.

Für die Beben war Dr. Wassermann zuständig. Der Dr. Wassermann, der noch 2006 an einer Studie teilnahm mit dem Titel “Selbst geringste Veränderungen des Drucks im Gestein können Erdbeben auslösen.
Beben um M 4 räumte Dr. Wassermann ein. Das wären keine Schadensbeben. Etwas verworren räumte Herr Dr. Wassermann auch ein, dass nicht die Magnitude, sondern die Intensität an der Oberfläche entscheidend wären. (Die Erklärung liefert die BIF UNAE hier)

Einige Windungen später kam eine umfassende Stellungnahme: ”Von Menschen ausgelöste Erdbeben sind auch nicht stärker, als natürliche Erdbeben.

Dass es in Landau bei M 3 bereits zu Schäden gekommen ist räumte die “Geothermie-Kompetenz” allerdings ein. “Grosszügig” wären die Landauer entschädigt worden, erklärte Bürgermeister Steigenberger. Dass die Schuldfrage an den Beben bisher nicht geklärt sei, warf Herr Gassner vom Geothermieverband ein.
Wir grüssen unsere Landauer Freunde. Diese kämpfen bis heute verzweifelt um eine Schadensregulierung.

Und noch ein Sahnetupferl von Dr. Wassermann: Das Projekt in Basel wäre nur deshalb eingestellt worden, weil die Möglichkeit bestand, dass in 30 Jahren ein schweres Beben ausgelöst werden könne. (Auch Kalifornien fühlte sich wohl von der Baseler Gefahr bedroht). Die Schäden, die die durch die Geothermie ausgelösten Beben angerichtet hatten, waren also nicht der Anlass für die vollständige Einstellung des Projekts in Basel und darüber hinaus auch in Kalifornien?
Wir grüssen unsere Freunde von der IG-EEG Basel!
“…Doch es kommt anders. Am Nachmittag des Folgetages geht ein lauter Knall durch Basel, gefolgt von einem Erdstoß der Magnitude 3,4 (Menschengemachtes Erdbeben bei Basel). Gläser klirren in den Schränken. In etlichen Gebäuden entstehen Risse.”
“Zeit: Beben ist menschlich”

Der verzweifelte Schwur Herrn Schuberts von der Erdwerk GmbH, dass es bei der Bohrung nicht beben werde, wurde aus dem Bernrieder Publikum mit der Frage quittiert, ob denn der Schwur auch versichert sei.

Letzten Endes blieb Herrn Dr. Wassermann nichts anderes übrig, als zuzugeben, dass es wissenschaftlich eben nicht auszuschließen sei, dass es zu Erdbeben kommen kann. (währenddessen das Promotionblatt der BEGeothermal, das üppig ausgelegt worden war, weiterhin munter behauptet, „…dass hier in Südbayern keine Erdbebengefahr droht“).

Recht symphatisch wirkte Herr Gabauer aus Erding. Und auch seine Informationen waren durchaus interessant:

So hat Erding 35.000 Einwohner,  500 Haushalte sind an die Fernwärme angeschlossen.
Bernried hat 2.000 Einwohner, benötigt bei gleicher Auslastung also nur 28 Haushalte, die sich anschliessen ???

Allerdings räumte Herr Gabauer aus Erding ein, dass ihr Wasser mit Temperaturen zwischen 61° und 65° gefördert wird, das sie mit einem Verbrennungskraftwerk auf  90° hochheizen müssen, um ausreichende Temperaturen für die Fernwärme zu erzeugen. Im Geoheizwerk, werden knapp 50 Prozent der benötigten Wärmemenge mit Geowärme erzeugt. Der Rest des Wärmebedarfs wird durch die Wärmepumpe gedeckt, die mit Erdgas und leichtem Heizöl angetrieben wird.

Zur Wasserentnahme: Erding könnte 50 l/s fördern, darf aber aktuell nur 24 l/s fördern. In Bernried wird mehr als die 10-fache Fördermenge geplant.
Die sehr kleine Anlage in Erding produziert natürlich keinen Strom.

Auch Herr Stahl von der BE-Geothermal konnte mit wenig bis keiner neuen Information trumpfen. Die Reinjektionsstelle könne in Tutzing liegen (wir berichteten) und würde in 4-6 Wochen bekannt gegeben. Darüber gab Herr Schubert mit seinen Karten genauere Auskunft. Deutlich war zu erkennen, dass die Reinjektionsstellen zwischen Tutzing-Kampberg und Tutzing-Unterzeismering geplant sind. Des weiteren konnte man aber auch sehen, dass vom Förderbohrungspunkt 2-3 km in südwestliche Richtung gebohrt werden soll.

Die Anfahrt für den Schwerlastverkehr ist von Unterzeismering / Karpfenwinkel auf den Feld- und Waldwegen zum Auweiher geplant.

Herr Stahl behauptete, dass das Kraftwerk mit 66 Lüftern (Durchmesser je Lüfter ca. 3 Meter) schnurren würde wie ein Kätzchen, und zwar mit 40 dBa. Spezielle Schallschutzvorrichtungen wären geplant. Ein Gutachten darüber könne er aber nicht vorlegen, man möge ihm glauben. (zur Lärmmessung Landau mit 15 Lüftern)

Zur Gefahr der Gewässerverunreinigung durch Pentan oder salinares Tiefenwasser, beruhigte Herr Stahl mit dem Einwand, es gäbe schliesslich auch Tankstellen am Starnberger See. (Diese befinden sich allerdings auch bei uns nicht im unerschlossenen Landschaftsschutzgebiet oder am Rande der Wanderwege.)

Die Frage nach der Umweltverträglichkeitsprüfung wurde nicht zufriedenstellend beantwortet. Lt. Bürgermeister Steigenberger werden 2 Vegetiation- Zyklen benötigt. Wie auf dem Energieforum Bernried vor etwa 3 Monaten von Herrn Bürgermeister Steigenberger eingeräumt wurde, hatte man zu diesem Zeitpunkt damit noch nicht begonnen, aber jetzt sei die UVP fast fertig.

Auch auf die Fragen nach der Versicherung blieb Bürgermeister Steigenberger klärende Antworten schuldig. Erfahren haben wir nur, dass im Falle einer Insolvenz der BE-Geothermal GmbH die Gemeinde Bernried die volle Haftung für Schäden übernimmt. (Auskunft über eine Versicherung für Gemeinden für Schäden aus Geothermie hier)

Die Vorsitzende des BN Bernried fragte nach dem Wärmeabbau, den das Bayerische Landesamt für Umwelt im Mai 2010 so beschrieb: “Insbesondere bei der Nutzung der hydrothermalen Geothermie wird nicht der schwache, ständig aus dem Erdinneren nachfließende terrestrische Wärmestrom genutzt, sondern das sehr viel höhere, aber erschöpfbare Potenzial der gespeicherten Erdwärme. Damit wird strenggenommen eine Wärmelagerstätte abgebaut.”  Hierzu erfuhr das interessierte Publikum von Herrn Gassner, dass die Arbeit des Landesamts nicht gut sei und dass man dieses instruieren werde.

Bürgermeister Steigenberger betonte mehrfach eine vermeintliche Privilegierung dieses grössten GKW Mitteleuropas im Schutzgebiet / Aussenbereich.
Auch hier irrt Herr Steigenberger: Tiefengeothermische Anlagen sind im Außenbereich wegen fehlender notwendiger Grundstücksbezogenheit nicht bauplanungsrechtlich privilegiert und damit nicht zulässig.

Viele Themen konnten nicht mehr besprochen werden, Vieles blieb offen oder unbelegt, man wurde mit Folgeveranstaltungen vertröstet. Festzuhalten bleibt, dass sich in Bernried der Unmut regt und diese Veranstaltung nicht dazu beitragen konnte, diesen zu besänftigen.

Ein schwarzer Tag für die Geothermie-Lobby, wenn man den Gemeinderatsbeschluss in Tutzing mit dazu nimmt sogar ein rabenschwarzer.

R.F-J.

Streng geheim!

Bernried

Anfang März 2010 bat uns der Geschäftsführer der BE Geothermal GmbH, um ein Treffen in einem Bernrieder Hotel und die Herausgabe und Übertragung der Domain begeothermal.de. In einem folgenden Schreiben verglich er die BE Geothermal GmbH mit Shell. Wohlgemerkt, im Domainrecht (bzw. hier Namensrecht) geht es um den Bekanntheitsgrad und selbst der Weltkonzern Shell konnte eine Übertragung der Domain shell.de nicht durchsetzen. Der Sitz der BE Geothermal GmbH in Bernried – und nach Auskunft des Geschäftsführers dort auch nur in einem Briefkasten “sitzend” – ist das Privathaus des amtierenden Bürgermeisters. Nur zehn Häuser entfernt befindet sich das “leicht” überdimensionierte Rathaus.

Aus der Erdwärme AG wurde die Erdwärme GmbH – alleiniger Gesellschafter ist L.K.Stahl. Auch die BE Geothermal GmbH, Geschäftsführer L.K. Stahl, hat Ihren Sitz in diesem Briefkasten. Investor ist aktuell: Macquarie Investments 1 Limited.

Hier entsteht das grösste Geothermie-Kraftwerk Mittel-Europas / Firmensitz

Aber zurück zur Domain. Diese fiel uns eher zufällig in die Hände, als wir der Aufforderung des Geschäftsführers auf der Tutzinger Gemeinderatssitzung Folge leisteten und auf ebendieser Domain nach Informationen suchten, die es nicht gab.
Also registrierten wir die Domain und verwendeten diese im internen Verkehr und als Umleitung auf unsere eigenen Seiten, auf denen Sie sich aktuell befinden.
Nun sind wir weder Domain-Grabber, noch an Streitereien interessiert. Ohne Anerkennung einer Rechtspflicht haben wir die Domain gekündigt und uns zum Treffen mit dem Geschäftsführer L.K. Stahl begeben.

Geheim

Die folgenden zwei Stunden verbrachten wir mit ihm gemeinsam in der Gaststube des Hotels. Leider waren alle Erkenntnisse, die uns vorgetragen wurden, geheim. So zum Beispiel sein Gegenmodell zum Wärmebergbaugutachten des Bayerischen Geologischen Landesamts. Auch der Störungsverlauf, in den gebohrt werden solle, wäre geheim. (selbstverständlich wurde er in Anwesenheit einiger unserer Mitglieder bereits auf Gemeindesitzung und Forum kurz präsentiert und von uns grob nachgezeichnet). Der einigermassen freundliche, aber teilnahmslose Herr leierte uns die ganze Propaganda der PR- und Marketingstrategen herunter, wohl wissend, dass wir mit den Fakten vertraut sind.
Eine einzige klare und nicht geheime Information haben wir aber doch erhalten:
Traurig teilte uns Herr Stahl mit, dass sie den angrenzenden Biotop-und Artenschutz wohl berücksichtigen müssen. Ein Landschaftsarchitekt aus Weilheim wäre mit der Umweltverträglichkeits-Sichtung beauftragt.
Gemeint war hier aber “nur” der angrenzende Röhricht. Er ist Lebensort vieler Vogelarten. So nisten darin zum Beispiel das Blässhuhn und die Teichralle. In den Halmen bauen verschiedene Rohrsänger-Arten und die Rohrammer ihre Nester. Laichplatz und Larvenhabitat verschiedener Amphibienarten und Lebensraum zahlreicher Wirbelloser. Ökologisch übernimmt Röhricht als natürliche „Kläranlage“ eine wesentliche Funktion in der Reinhaltung von Gewässern.
Der Bachzulauf in den Rötlbach, der die Wiese des GKW-Standortes quert, war ihm nicht bewusst. Dieser gilt wahrscheinlich als geheim.

Die ornithologische “Sichtung” sei, lt. Auskunft des beauftragten Landschaftsarchitekten Wurm auf dem Geothermie-Forum Bernried, bereits Anfang März erfolgt. Offensichtlich wollte man die Ankunft der Zugvögel nicht abwarten.

Der Starnberger See ist ein Feuchtgebiet internationaler Bedeutung für Wat- und Wasservögel.

Bernried – angespannte Finanzlage

Der Kassenkreditrahmen sei um mehr als 100% überzogen, berichtete die SZ am 30.März 2010
Weiterhin ist zu hören, dass die Gemeinde einen privaten Investor für die Fernwärme suche, die als paralleler Prozess aus dem – ebenfalls von einem Privatinvestor – geplanten Geothermal-Kraftwerk zur Stromerzeugung gewonnen werden soll.
Auf einer Gemeinderatssitzung in Bernried wurde zudem bereits der Kauf des regionalen Stromnetzes angeregt…

Wir warten gespannt auf die Nachricht: “Bernried ist auf der Suche nach einem Privatinvestor zum Erwerb des regionalen Stromnetzes.”
Wie es Herr Bürgermeister Steigenberger allerdings erreicht hat, seinen Bürgern vorzumachen, dass der Gemeinde die Besitztümer privater Investoren gehören werde, bleibt rätselhaft.

April2010/R.F-Jech

Brief von J. Steigenberger & unsere Stellungnahme

Die Bürgerinitiative „Für umweltverträgliche und nachhaltige Nutzung alternativer Energiequellen“ (BIF UN2AE) hat in einem Brief vom 26.Dezember 2009 auf unsere Bedenken bezüglich des bei Bernried geplanten Kraftwerks hingewiesen.

Dieser Brief war an die Landratsämter Weilheim-Schongau und Starnberg sowie zur Information an die Gemeinden Bernried, Tutzing und Wielenbach gerichtet.

Herr Josef Steigenberger hat daraufhin das im Folgenden aufgeführte Schreiben an die betreffenden Landratsämter und die Gemeinden gesandt.
Kurz zuvor wurde ein Brief vom 20. Januar 2010, der auch an die „Bürgerinnen und Bürger der Nachbargemeinden“ gerichtet war, nur an die Bernrieder Haushalte verteilt.

Unsere Bürgerinitiative (BI) hat diese beiden Schreiben von der Gemeinde Bernried offiziell nicht erhalten, jedoch haben aufmerksame Bernrieder Mitglieder unserer BI die Schreiben freundlicherweise an den Arbeitkreis der BI weitergeleitet.

Der Brief von Herrn Josef Steigenberger ist eine persönliche Kommentierung unseres Schreibens jedoch keine Richtigstellung. Auch wir plädieren für eine „sachliche, faktenorientierte Diskussion“.
Leider enthält das Schreiben von Herrn Josef Steigenberger kaum Daten oder Fakten und bezieht sich zum größten Teil auf allgemeine mündliche Aussagen ohne Beleg.

Wir halten diese politische Rhetorik für nicht geeignet um in einen Dialog mit den Bürgern zu treten. Daher möchten wir unsererseits zu den Kommentierungen von Herrn Josef Steigenberger Stellung nehmen.
Unsere BI hat sich stets bemüht, Aussagen grundsätzlich mit Quellen und Dokumenten zu belegen, was wir auch in der folgenden Kommentierung getan haben.
Wir haben in den vergangenen Monaten viel Arbeit investiert um übersichtliche Dokumente mit belegten Informationen zur tiefen Geothermie zusammenzustellen, die über die Werbeaussagen der Interessensverbände hinausgehen.

Wir hoffen, dass Sie mit den beigefügten Informationen unsere Bedenken neu bewerten und bitten Sie nochmals für dieses überdimensionierte Kraftwerk, basierend auf experimenteller Technologie, eine Bauleitplanung durchführen zu lassen.

Mit freundlichen Grüssen,
i.A. der Bürgerinitiative für umweltverträgliche und nachhaltige Nutzung alternativer Energiequellen (BIF UN2AE), Dr. Luisa F. Jiménez Soto

Unsere Antwort auf den Brief  von Josef Steigenberger (PDF 11 Seiten)

Hier geht es zum Brief / Brief lesen >

Der Brief wurde versandt an:
Landrat Herr Dr. Friedrich Zeller
Herr Franz Feigl, Leiter der Dienststelle Schongau Leitung der Abteilung 4
Herr Horst Nadler, Technik Kreisbaumeister
Herr Günther Messerschmid, Verwaltung Bauleitplanung u. Baurechtsverfahren
Herr Karl Roth Landrat
Herr Dr. Gaß 4V GL Geschäftsbereich 4: Bauen – Verwaltung und Technik; Umweltschutz Geschäftsbereichsleiter Verwaltung
Herr Dr.-Ing. Christian Kühnel 4T GL Geschäftsbereich 4 Bauen – Verwaltung und Technik; Umweltschutz Geschäftsbereichsleiter Technik

Geothermie-Kraftwerk eine Gefahr für den Starnberger See?

Der Geschäftsführer der BE Geothermal GmbH mit Sitz in Bernried, Dorfstraße 16, hat am 04.02.2010 als Standort für das geplante Geothermie-Kraftwerk ein rund 1,2 Hektar großes Grundstück an der Bahnlinie Tutzing genannt.
Dieses Grundstück liegt direkt an einem der wichtigsten Zuflüsse des Starnberger Sees, am westlich von Tutzing gelegenen Rötlbach, der im nahe gelegenen Naturschutzgebiet Karpfenwinkel in den See mündet.

Der Rötlbach (südlich von Tutzing, in den Karpfenwinkel mündend) ist der bedeutendste Zufluss am Westufer des Starnberger Sees.

(Siehe auch Verbundsystem Gewässer im gesamten Bereich des Rötlbachs)

Durch die Lage des geplanten Bohrplatzes besteht die große Gefahr, dass das während der Tiefenbohrung anfallende chemisch stark verunreinigte Bohrwasser und Bohrklein, durch nicht sachgerecht ausgeführte bauliche Maßnahmen, den sensiblen Wasserhaushalt des Starnberger Sees erheblich in Mitleidenschaft zieht.
Da sich das Wasser des Starnberger Sees, wegen der wenigen Zuflüsse, nur rund alle 21 Jahre vollständig austauscht, wäre eine Verunreinigung eine Katastrophe für die angrenzenden Gemeinden der Landkreise (Starnberg, Weilheim-Schongau und Bad Tölz-Wolfratshausen).

Auch international ist der Starnberger See von so großer Bedeutung, dass er seit 1976 zu den durch die Ramsar-Konvention (Völkerrechtlicher Vertrag der UNESCO über Feuchtgebiete, insbesondere als Lebensraum für Wasser- und Wattvögel) geschützten Feuchtgebieten zählt.

Auf Grund der immensen Bedeutung des Starnberger Sees, ist der Bau des Kraftwerks als privilegiertes Bauvorhaben, wie es die Gemeinde Bernried, und da allen voran Bürgermeister Steigenberger plant, unverständlich um nicht zu sagen fahrlässig.

Ein öffentliches Bauleitverfahren, das es allen Betroffenen ermöglicht sich von der fachgerechten und der den besonderen Sicherheitsaspekten angepassten Bauplanung zu überzeugen, bzw. Einfluss zu nehmen, ist zum Schutz des Starnberger Sees unumgänglich.

E.Jech/10.2.2010

Rötlbach mit Zuflüssen


Rötlbach mit Zuflüssen

siehe auch Regional / Schutzgebiete

http://www.alternative-energiequellen.info/alternative_db/wordpress/?page_id=1411

Notwendige Eingriffe in die Natur

Auf den Seiten der BE Geothermal GmbH steht zu lesen:

“Notwendige Eingriffe in die Natur, so Steigenberger und Lutz K. Stahl, Geschäftsführer der Projektgesellschaft BE Geothermal, könnten an dem gewählten Standort geringstmöglich ausfallen.”

Da kommt bei genauerem Hinsehen die Frage auf, wie die BE Geothermal mit nur geringen Eingriffen in die Natur an den Kraftwerksstandort gelangen wollen.
(Wir gehen davon aus, dass das Kraftwerk nicht, wie auf der Stand-Skizze der BE Geothermal mitten im Auweiher gebaut wird, sondern zwischen Auweiher und Bahnlinie)
Ich kann nur den einzigen Weg erkennen, der von der Tutzinger Strasse, Höhe Kur-Klinik Höhenried in den kleinen Feld-Weg mündet, der dann am Rötlbach entlang in den Wald hinein verläuft. Hier müsste dann ca. 1 km Wald auf einem Wanderweg durchquert werden.

Und wie kommt der Schwerlastverkehr überhaupt auf die Tutzinger Strasse am See entlang?

Weiter teilen die Geschäftsführer der BE Geothermal mit, dass sie im Juli mit der Bohrung beginnen wollen.

Ein heisses Vergnügen für den Tourismus also!
Da kann man den Tutzingern nur raten, sich auf den Ansturm durstiger Touristen vorzubereiten und Biergärten ausreichend zu bestuhlen!
Alternativ kann Bernried natürlich auch mit Busfahrten zum Bohrplatz mit anschliessendem Badevergnügen im Auweiher punkten.
Aber Vorsicht! Die Uferzonen sind teilweise streng geschützt. Und es wäre auch durchaus möglich, dass sich die Biber vom Gallaweiher auch am Auweiher angesiedelt haben und auf Massentourismus und Lärm nicht sehr gut zu sprechen wären.

Bereits jetzt bietet das Dorf Bernried auf seiner Internetseite als “wesentliche Aktivitäten” Schülern folgendes an:

Jährlicher heimatkundlicher und ökologischer Exkursionsvormittag 4. Klasse, über Baum, Wald, Wasser und Landschaft, zum Auweiher und zurück zur Schule. Gelegentliche Demonstration von Schmetterling Libelle oder junge Ringelnatter etc. Alle Aktivitäten sind hervorragend angekommen, Fortsetzung folgt.” http://www.bernried.de/gemeindeleben/vereindetail2.php?ident=4

Naja, alt wird die Ringelnatter am Auweiher dann wohl auch nicht mehr werden wollen.

Gut Unterholz an einen Privatbesitzer verkauft. (Ganz Schlaue werden hier an Dürrnhaar und Kirchstockach denken)

Ein Aufschrei ging damals durch den Bund Naturschutz. I. Ü. zufällig genau zu dem Zeitpunkt, als in der Süddeutschen der erste Vermerk zu einer “Aufsuchung nach heissen Quellen” erschien. Das weiss ich nur, weil der Herr Stahl diesen Ausriss aus der SZ von 2006 an die Leinwand geworfen hat, zum Beweis dafür, dass wir alle hätten wissen müssen was jetzt kommt: Nämlich das grösste Geothermie-Kraftwerk Mittel-Europas zur Stromerzeugung.
- Und zwar bei Ringelnatter und Biber zu Hause.

Aber mit diesem neuen Standort wird jetzt alles wieder gut:

Kampberg ist 700 Meter weiter vom Kraftwerksstandort weg und Bernried 700 Meter näher dran. Alle Gefahren für Mensch und Natur sind damit aufgelöst. Die Schwaden werden dahinziehen und das einfache Volk nimmt es vorerst hin.
Denn jetzt ist es gerecht! Die angeblichen Wärmenutzer sind jetzt fast so nah dran, wie die, die weder Fernwärme bekommen noch wollen.

Und jetzt fangt bloss nicht an darüber nachzudenken, wo die Re-Injektion sein wird!
Ist erst einmal das 1. Loch versenkt, folgen die anderen. Man wird es den Betroffenen schon noch mitteilen, wenn es zu spät für eine Korrektur ist.

2.2010 /R.F-Jech

Landauer Schwaden für Bernried?

Landauer Schwaden als Wahrzeichen Bernrieds?

mit geringstmöglichen Eingriffen in die Natur?

Vergleich der Kraftwerks-Grössen Landau und Bernried:
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Standort Bernried
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Standorte im Vergleich
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